Was wir über die Liebe gelernt haben

Liebe ist ein mächtiges Gefühl. Die Liebe kann uns zu den unglaublichsten Dingen bewegen, uns zum Lachen und Weinen bringen. Sie ist das, wonach wir alle suchen und was wir am meisten brauchen. In diesem Artikel geht es um die Liebe – in all ihren wunderbaren Facetten.

Was ist Liebe?

Liebe ist eine so mächtige und doch unerklärliche Emotion. Sie kann uns zum Lächeln bringen, aber auch zum Weinen. Liebe kann uns stark machen, aber auch verletzlich. Was ist Liebe? Woher kommt sie? Und wohin führt sie uns? Das alles sind Fragen, die wir uns schon seit Jahrhunderten stellen – und noch immer keine befriedigende Antwort darauf haben. Es gibt keine allgemeingültige Definition der Liebe, da das Gefühl sehr subjektiv ist und jeder Mensch seine ganz eigenen Vorstellungen hat.

Was sich aber sagen lässt ist: Liebe ist ein sehr starkes Gefühl der Zuneigung und des Wohlbefindens, das man für eine andere Person empfindet. Liebe kann sich unter anderem in Form von Treue, Zärtlichkeit, Sorge um den Partner oder Selbstlosigkeit zeigen.
Liebe bedeutet auch Verantwortung für den anderen zu übernehmen und ihn/sie in guten sowie in schlechten Zeiten zu unterstützen. In einer Beziehung sollte man sich also immer fragen: Bin ich bereit, für meinen Partner da zu sein – auch in schwierigen Situationen? Kann ich mir vorstellen, gemeinsam mit ihm/ihr alt zu werden?

Wenn du dir diese Fragen mit Ja beantwortest, dann hast du vermutlich die richtige Person gefunden!

„Liebe ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist. Der Erwiderung bedarf sie nicht. (…) Die abendländische Auffassung von Liebe wird von der Dreiteilung der antiken Terminologie geprägt. In der Antike wurden drei Begriffe verwendet, die unterschiedliche Formen von Liebe bezeichneten:

  • Éros – bezeichnet die sinnlich-erotische Liebe, das Begehren des geliebten Objekts, den Wunsch nach Geliebt-Werden, die Leidenschaft;
  • Philía – bezeichnet die Freundesliebe, Liebe auf Gegenseitigkeit, die gegenseitige Anerkennung und das gegenseitige Verstehen;
  • Agápe – bezeichnet die selbstlose und fördernde Liebe, auch die Nächsten- und „Feindesliebe“, die das Wohl des Anderen im Blick hat.“ – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liebe

Wo findet man die wahre Liebe?

Viele suchen ihr ganzes Leben lang nach der großen Liebe. Doch ist die wahre Liebe überhaupt zu finden? Und wenn man sie findet, kann man sie auch behalten? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Die Wahrheit ist: Die wahre Liebe gibt es. Sie ist für jeden da draußen – man muss nur bereit sein, sie zu finden und zu erkennen. Dafür sollte man aber zunächst einmal mit sich selbst beginnen und herausfinden, wer man wirklich ist!

Sandra und Matthias Exl schauen sich in die Augen

Die wahre Liebe ist nicht immer einfach zu finden. Viele Menschen suchen ihr ganzes Leben lang nach der richtigen Person, die perfekt zu ihnen passt. Leider lässt sich die Liebe nicht erzwingen und man kann auch nicht immer wissen, wann man sie findet. Manchmal trifft man die richtige Person ganz unerwartet und manchmal muss man lange warten. Lese hierzu weiter unten im Artikel: Gibt es die große Liebe?.

Was sich aber sagen lässt ist:

Selbstreflexion bildet die Basis für spirituelles Wachstum. Selbstreflexion führt zu Selbsterkenntnis und Reife. Diese bilden die Basis, den Seelenpartner zu finden.

Kann man Liebe erzwingen oder erlernen?

Viele Menschen glauben, dass Liebe etwas ist, das man erlernen oder gar erzwingen kann. Doch wenn man sich die Frage stellt: „Kann man Liebe erzwingen?“, so muss man zwangsläufig auch die Frage beantworten: „Was ist Liebe überhaupt?“. Die meisten Menschen verbinden mit dem Gefühl der Liebe positive Aspekte wie Harmonie, Vertrautheit, Nähe und Intimität.

Wenn man sich die Frage stellt, ob Liebe erzwungen werden kann, so ist die Antwort eigentlich ganz einfach: Nein, Liebe kann nicht erzwungen werden. Denn Liebe ist ein Gefühl, das entsteht, wenn zwei Menschen harmonieren und sich vertrauen. Wenn man versucht, Liebe zu erzwingen, so zerstört man damit letztlich nur die Chance auf eine echte, tiefe und innige Beziehung.

Ist Eifersucht in einer Beziehung normal?

In einer glücklichen Beziehung sollte es doch Eifersucht gar nicht erst geben, oder? Weil man dem anderen vertraut und weiß, dass er einen niemals betrügen würde. Aber ist das wirklich so? Oder ist Eifersucht in einer Beziehung vielleicht sogar normal und gehört irgendwie dazu?

Laut einer Studie der Uni Wien ist Eifersucht tatsächlich ein ganz normales Gefühl in einer Beziehung – und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Allerdings gibt es große Unterschiede, wie oft Männer und Frauen eifersüchtig sind: Während Männer im Durchschnitt etwa zweimal pro Woche eifersüchtig sind, sind Frauen mit fast fünf Mal pro Woche deutlich öfter betroffen.

Eifersucht ist somit ein ganz natürliches Gefühl, das viele von uns schon einmal erlebt haben. In einer Beziehung kann Eifersucht jedoch zu Problemen führen, wenn sie nicht richtig gehandhabt wird.

Wenn du dich in deiner Beziehung eifersüchtig fühlst, solltest du mit deinem Partner darüber sprechen. Versuche herauszufinden, was genau dich stört und was du dir wünschst. Vielleicht kannst ihr gemeinsam eine Lösung finden. Versuche in solchen Situationen, ruhig zu bleiben und deinem Partner zu vertrauen. Sag ihm oder ihr, wenn du dich einsam fühlst oder Angst hast, dass er/sie dich verlässt. Offene Kommunikation ist in solchen Situationen sehr wichtig. Arbeite parallel dazu an deinen Ängsten und betreibe Selbstreflexion.

 

Schriftzug Leitfaden zur Selbstreflexion

Ist es Liebe oder Sucht?

Viele Menschen sind der Ansicht, dass Sucht etwas ist, was nur mit illegalen Drogen oder Alkohol zu tun hat. Aber in Wirklichkeit können wir alle süchtig sein – nach unserem Partner oder vielen anderen Dingen. Manche glauben, dass sie verliebt sind, aber in Wirklichkeit handelt es sich nur um eine Form der Sucht. So erkennst du den Unterschied:

  • Liebe ist ein starkes Gefühl der Zuneigung zu einer anderen Person. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhen. Liebe kann man für seine Kinder, für Freunde oder auch für seinen Partner empfinden. Liebe ist etwas Schönes und Positives.
  • Sucht hingegen ist eine Sucht nach Aufmerksamkeit und Nähe. Jemand, der süchtig ist, sucht ständig die Nähe zu der anderen Person und kann nicht ohne sie leben. Die Sucht kann so weit gehen, dass die betroffene Person alles andere vernachlässigt und nur noch an die Beziehung denkt.

Wie verarbeite ich den Verlust einer geliebten Person?

Der Verlust einer geliebten Person ist ein schmerzhafter Prozess, den jeder auf seine eigene Weise durchläuft. Es ist eine unglaublich schwere Zeit und man fühlt sich hilflos und alleingelassen. Doch irgendwann muss man sich dem Schmerz stellen und weitergehen.

Wie das geht? Das können wir dir nicht genau sagen, denn das ist bei jedem anders. Aber wir können dir einige Tipps geben, die vielleicht helfen. Trauerarbeit ist keine Sprint, sondern ein Marathon. Deswegen ist es wichtig, sich selbst Zeit und Raum zu geben, um den Schmerz zu verarbeiten. Es ist auch wichtig, sich von anderen Menschen unterstützen zu lassen, die einem durch diese schwierige Zeit helfen können.

Einige Tipps, wie man den Verlust einer geliebten Person verarbeiten kann, sind:

  • Finde einen Ort, an dem du dich wohl fühlst und wo du in Ruhe nachdenken kannst. Dies kann ein Garten, ein Wald oder auch dein Zimmer sein.
  • Schreibe deine Gedanken und Gefühle nieder. Dies kann in einem Tagebuch oder in einem Brief an die geliebte Person geschehen. Schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt und was dich beschäftigt. Dies hilft dir, deine Gedanken zu sortieren und deinen Schmerz auszudrücken.
  • Rede mit anderen Menschen über deinen Verlust. Finde Freunde oder Familienmitglieder, mit denen du über deine Gefühle sprechen kannst. Dieses Gespräch wird dir helfen, dich besser zu fühlen und den Schmerz zu verarbeiten.
  • Unternehme etwas Schönes für dich selbst. Mach etwas, das dich glücklich macht und dir gut tut. Dies kann ein Spaziergang im Park sein oder ein Besuch im Museum. Finde etwas, das dich ablenkt und dir Freude bereitet.
  • Vielleicht bist du bereit zu pilgern und begibst dich auf eine Reise wie den Jakobsweg.

Warum ist Liebe wichtig?

Liebe kann Menschen zu unglaublichen Dingen inspirieren. Liebe kann uns glücklich machen, aber auch traurig. Sie kann uns motivieren, aber auch enttäuschen. Wir alle brauchen Liebe, um zu leben und zu wachsen.

Welche Arten der Liebe gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten der Liebe, aber hier sind einige der häufigsten:

  1. Die romantische Liebe: Dies ist die Art von Liebe, die wir in Liebesfilmen und Liebesromanen sehen. Die beiden Menschen sind stark von ihren Gefühlen füreinander angezogen und verbringen viel Zeit miteinander. Sie können sich nicht vorstellen, ohne den anderen zu sein.
  2. Die familiäre Liebe: Dies ist die Art von Liebe, die wir für unsere Familien empfinden. Wir sind diesen Menschen durch unsere Blutsverwandtschaft verbunden und fühlen uns daher besonders zu ihnen hingezogen. Wir würden alles für sie tun und wissen, dass wir immer auf sie zählen können.
  3. Die platonische Liebe: Dies ist eine Freundschaft, in der zwei Menschen sehr eng befreundet sind, aber keine romantischen Gefühle füreinander haben. Sie genießen es, Zeit miteinander zu verbringen und teilen viele Interessen miteinander.
  4. Die nicht erwiderte Liebe: Dies ist, wenn man jemanden liebt, der diese Gefühle nicht empfindet. Man kann sich nicht vorstellen, ohne diese Person zu sein, aber leider beruht dies nicht auf Gegenseitigkeit.

Wie verändert uns Liebe?

Liebe verändert uns. Liebe ist die stärkste Kraft auf diesem Planeten und sie kann uns in so vielerlei Hinsicht verändern. Liebe kann unsere Persönlichkeit formen, unseren Charakter prägen und unser ganzes Leben beeinflussen. Wenn wir geliebt werden, fühlen wir uns glücklich und zufrieden. Wenn wir jemanden lieben, gehen wir anders durchs Leben, sehen die Dinge mit anderen Augen und fühlen uns lebendiger. Liebe macht uns zu besseren Menschen. Wenn wir lieben, sind wir offener für andere und wollen ihnen nur das Beste. Wir sehen die positiven Seiten an ihnen und bringen unsere besten Eigenschaften zum Vorschein. Liebe ermutigt uns, uns weiterzuentwickeln und uns mehr um andere als um uns selbst zu kümmern.

Persönliche Erfahrung und praktische Tipps

Wie viel haben wir bereits von unterschiedlichsten Autoren gehört, wie notwendig es sei, sich selbst zu lieben, um dadurch das Gegenüber lieben zu können. Auch hörten wir von vielen unterschiedlichen Weisheiten-Lehrern, dass nur wenige zur absoluten bedingungslosen Liebe fähig seien. So viel wurde versucht, die Liebe zu definieren und zu klassifizieren. Sollte ich nun einen weiteren Versuch starten? Ich finde nicht. Vielmehr fasse ich die eigene Erfahrung zusammen, die kein generell gültiges Modell darstellen kann oder soll.

Ich schätze mich glücklich, verschiedenste Beziehungen gelebt zu haben. Dies bedeutet nun nicht, dass es richtig oder notwendig ist, mehrere oder viele Beziehungen zu erleben. Ich bin überzeugt, dass es Menschen gibt, die all ihre wichtigen Erfahrung in einer Beziehung machen konnten. Für mich benötigte es mehrere Beziehungen, um mir über einige wesentliche Punkte klar zu werden. Heute charakterisiere ich jene Beziehungen, die mich nachhaltig prägten und für diesen Artikel wichtig sind.

Eine Beziehungsform, die ich lange lebte, war geprägt von Éros – die Leidenschaft war allgegenwärtig. Leider litt hier aber das Verständnis im Alltag füreinander. Irgendwie schien alles aus dem Gleichgewicht, himmelhochjauchzende Hochs waren gefolgt von der unglaublichen Tiefe verschiedenster Streitigkeiten. Glück und Unglück hielten sich an der Hand. Vertrauen und Misstrauen wechselten sich ab. Angst und Zuversicht waren wie zwei Seiten einer Medaille.

Eine weitere Beziehungsform beruhte auf Philía – ich lebte zusammen mit „meinem Freund“. Viele schöne und liebevolle Gespräche förderten das gegenseitige Verstehen. Éros war hier ein Thema im Hintergrund. Auf Éros weitreichend zu verzichten, dafür aber innere Ruhe zu finden, schien nun der richtige – ja sogar ideale – Weg. Die Auseinandersetzung mit Agápe, der selbstlosen Liebe, begleitete mich viele Jahre. Doch diese Beziehungsform ignorierte die für mich erkannte Wichtigkeit von Éros und ich versuchte durch aktives Wegsehen jegliches Aufkeimen meiner erotischen Unruhe zu ignorieren.

Heute weiß ich, dass es die Beziehung gibt, die alles beinhaltet: Éros, Philía und Agápe. Natürlich stellt sich die Frage, wann sich solch eine Beziehung einstellt, oder durch welche Umstände man zu einer solchen Beziehung kommt. Wie muss man sich verhalten, dass man dies erleben darf?

Jede Erfahrung in Liebesthematiken ist richtig

Erkenne, dass wirklich jede Erfahrung richtig ist. Egal welcher Bereich gerade abgedeckt oder nicht abgedeckt wird – wir sammeln Erfahrungen! Erfahrung erlaubt es uns, uns besser kennen zu lernen und genauer zu definieren, was uns gut oder nicht gut tut. Sie erlaubt uns zu erkennen, wer wir wirklich sind und dadurch zu sehen, wer das Gegenüber wirklich ist.

Es ist ein Fehler zu glauben, die Erfahrung eines Anderen durchleben oder kopieren zu müssen. Es gibt hunderte Wege auf den einen Berg, der sich Liebe nennt. Letztendlich führen sie alle dorthin. Wie kann man daher die Umstände festmachen, die richtig sein sollen, um dorthin zu gelangen? Wie kann man allgemein gültig definieren, wie man sich verhalten muss oder was das Ideal ist? Es ist unmöglich!

„Wie wir lieben, hängt davon ab, wie frei wir von Vorstellungen, Konzepten und Erwartungen sind.“ – Eckhart Tolle

Ich kann mich Eckhart Tolle nur anschließen, der da nicht sagt, was die Liebe sein sollte, sondern vielmehr, wie eben die eigenen Konzepte die empfundene Liebe formen und verformen können. Wie ich Liebe erlebe, hat mit der Auseinandersetzung mit mir und meiner Sichtweise zu tun. Aber zu gleichen Teilen auch mit dem Schicksalsstrom, der die Dinge zum richtigen Zeitpunkt geschehen lässt. Es ist daher klar: je mehr ich loslasse, je mehr ich Ängste ziehen lasse, Vorstellungen loslasse und meinem Herzen vertraue, umso mehr verändert sich mein Blickwinkel auf die Liebe.

Jede Form von Beziehung zwischen Menschen ist geprägt von Geben und Nehmen. Es findet ein Austausch auf vielen Ebenen statt, der sich positiv wie auch negativ im Leben der Partner auswirken kann. Durch die Auswirkung entstehen Lernthemen, die uns, wenn wir sie annehmen, wachsen lassen. Wir verstehen dadurch immer besser, was uns selbst und unsere Mitmenschen antreibt. Zu diesem Artikel erhielt ich folgende Gedanken eines Lesers  mit den folgenden wertvollen Zeilen, die ich gerne teile:

„Meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist Liebe eine Untermenge von Freiheit und entfaltet sich vom Herz, Bauch und Sakralem nach oben und vor allem Selbstlosigkeit und Freiwilligkeit ohne Bedingungen und Erwartungen. Dann hat es einen Rahmen, der halten kann. Wenn die Seelen sich nichts mehr zu sagen haben, zu brutal miteinander waren, die eine Seele den Schmerz der anderen nicht verkraften kann, dann darf ein Zauber auch verfliegen, aber es war trotzdem Liebe. Zwei Seelen sind zugeneigt und ergänzen, bereichern sich in besten Absichten, dann ist es Liebe. Projektionen, Wünsche und Bedingungen sind Liebestöter. Liebe erkennt man, wenn man mit einem guten Gefühl beschenkt wird. Und eins noch. Liebe ist kein Kampf. Um Liebe kämpfen ist das Dümmste was man tun kann. Deswegen ist Frieden ein Kind der Liebe und die Liebe ein Kind der Freiheit.“ – Autor: Schorse

Projektionen, Wünsche und Bedingungen sind Liebestöter

Besser hätte man es nicht formulieren können. Meine Vorstellung, meine Bedingungen, meine Ängste, Sorgen und Zweifel, meine projizierten Wünsche, meine daraus resultierenden Enttäuschungen können meine Beziehung qualvoll werden lassen.
Wie lange der resultierende Schmerz andauert, hängt damit zusammen, wann ich mir über mich selbst klarer werde. Wann erkenne ich, wie ich „ticke“? Ist dies geschehen, folgt der nächste Schritt, indem ich erkenne, dass ich „jenes Ticken“ nicht bin und es überwinden kann. Es geht also um die Identifikation mit einer Eigenschaft oder das Loslassen der selben. Ein unerkanntes und nicht bearbeitetes Ticken ist eine Zeitbombe, die unweigerlich irgendwann explodiert.

Viele Menschen leben in Beziehungen und sind sich jenes Tickens der Zeitbombe gar nicht bewusst. Einige erleben sehr tiefsitzende, nicht beachtete Gedanken und Emotionen, die anzusehen viel zu groß, zu unlösbar und in der Auswirkung viel zu verheerend scheinen. So bleibt der Teil im Verborgenen und äußert sich lediglich in einer latenten Unzufriedenheit und auch in Unglück. Streits scheinen dann um unwesentliche Dinge geführt zu werden und meilenweit von der eigentlichen Thematik entfernt zu sein. Das oberflächliche Reiben erreicht niemals die wahre Wunde der unausgesprochenen, oftmals unbewussten Gedanken.

Fragen, die sofort den Weg zum Eigentlichen weisen würden, sind: „Bist du wirklich glücklich mit mir?“,  „Bin ich wirklich glücklich mit dir?“ und „Leben wir unser Leben voller Lebensfreude?“ Dies sind Fragen, die wir uns oftmals weder selbst, geschweige denn den Partner zu fragen wagen. Zu groß ist die Angst vor einer ehrlichen Antwort und der daraus resultierenden Konsequenz. Doch genau jene Fragen können auch der Anfang von Heilung sein.

Wir sehen, Beziehungen bedeuten Arbeit und Ehrlichkeit dem Partner und einem selbst gegenüber. Eine Ehrlichkeit, die mir einst selbst sehr lange fehlte und die direkt in die Unruhe führte.

Gibt es die große Liebe?

Meine mittlerweile verstorbene Lehrerin Phyllis Krystal sagte anno dazumal zu mir, wenn der Moment gekommen ist – nennen wir es Schicksal – erscheint die große Liebe im eigenen Leben. Phyllis meinte, dass der Mensch viel zu ungeduldig sei und zu wenig Vertrauen hätte, auf diese zu warten bzw. zu vorschnell handelt. Der Schluss liegt nahe, dass wir in der heutigen Zeit tatsächlich oftmals zu leichtfertig und schnell Beziehungen eingehen, statt vorher uns selbst und das Gegenüber besser kennen zu lernen. Phyllis sagte, dass eine Seelenpartnerschaft existiert und dies zwei scheinbare Individuen betrifft, die aber aus einer Seelenfamilie stammen. Wie zwei Hälften eines Kreises teilen Sie dieselbe Grundstruktur des Seins. Die Auswirkung dieses Umstandes sei sehr weitreichend. Auf der einen Seite erlebt man den absoluten Gleichklang, der sich nicht nur auf der emotionalen und gedanklichen Ebene widerspiegelt, sondern sich auch im Alltag auswirkt.

Dieselben Vorlieben sind begleitet von geteilter Freude und geteiltem Schmerz. Im Zusammensein erlebt man sich als Ganzes, im Getrennt sein wird einem der Schmerz des Halbzustandes bewusst. Es ist sicherlich eine intensive Form der Beziehung, die in ihrer Natur beweist, wieso das Schicksal einen oftmals warten lässt, bis man ihr begegnet. Ohne sich über Projektionen, Wünsche und die eigenen Bedingungen bewusst zu sein, würde die Begegnung zwangsläufig zum ultimativen Chaos führen. Zu schnell würden hier Verletzungen entstehen, Eifersucht in ein zerstörerisches Maximum kippen, Ängste ein heranwachsendes Pflänzchen erdrücken.

„Du und ich – wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.“ Mahatma Gandhi

So ist das Schicksal gnädig und lässt uns bewusst warten, bis wir genügend gereift sind und jene Themen in den Grundzügen gemeistert haben, bevor wir der großen Liebe begegnen. Diese Begegnung ist weder zu erzwingen, noch kann sie vermieden werden. Sie kommt dann, wenn der richtige Zeitpunkt da ist. Beziehungen zu führen, ist ein Weg, mehr über sich zu erfahren, man kann an ihnen wachsen, man kann sich verbrennen, es entstehen Bindungen und manchmal bleiben Narben. Geduldig zu sein und auf die große Liebe zu warten birgt wiederum andere Herausforderungen in sich. So oder so reifen wir zu dem heran, was uns bestimmt ist. Der eine Weg ist möglicherweise bunter, der andere vielleicht ruhiger – jedoch keiner ist falsch.

So bin ich heute überzeugt davon, dass keine Beziehung „falsch“ sondern genau zum richtigen Zeitpunkt da ist und eine schöne, aber auch oftmals schmerzvolle Basis für Wachstum liefert. Und wer weiß es schon, vielleicht erwächst aus genau der Beziehung, die man gerade lebt eine neue Seelenpartnerschaft? Es ist daher sinnlos, bestehendes Glück zu bewerten oder zu verurteilen. Bleibe daher achtsam und höre zu! Einerseits höre auf das, was dein Herz dir sagt, andererseits höre genau zu, wenn dein Partner dir etwas zu sagen hat.

Habe das Vertrauen, dass alles aus einem guten Grund und zu genau dem richtigen Zeitpunkt geschieht. Nehme die Lernthematik an, die dir gestellt wird. Blicke nicht dogmatisch auf dein Leben, sondern verlasse dich voll und ganz auf dein Herz. Wenn Veränderung notwendig ist, nimm diese vor. Wenn eine Lernthematik bewältigt werden will, sage „Ja“ zu dieser.

In jedem Fall aber, bleibe dir selbst und deinem Herzen treu! Es ist klar, dass du auf diesem Weg Ängsten in Bezug auf deine Beziehung begegnen wirst. Was kann man hier aktiv tun? Lese hierzu unseren Fachartikel zum Thema Beziehungstipps.

Gedanken und praktische Tipps zum Thema Eifersucht

Wieso ist der Mensch eifersüchtig? Ich klammere nun jene Situationen komplett aus, in denen ein Partner tatsächlich mit jemandem Dritten flirtet oder gar fremdgeht. Es sei nur so viel erwähnt: selbstverständlich gibt es Beziehungsmodelle wie z.B. Polyamorie, die daran arbeiten, gewollt in einer Liebesbeziehung zu mehreren Menschen zu leben. Dies zeigt uns, dass auch hier ein Dogma verkehrt wäre, das da sagt: nur eine monogame Beziehung ist „richtig“. In diesem Beitrag widmen wir uns rein der Angst bzw. der Eifersucht, die selbstverständlich auch in Polyamorie-Beziehungen auftreten kann.

Wer die brennende Eifersucht in sich spürt, kennt auch die Gedanken, die von der Angst begleitet werden: „Ist ein anderer besser für meinen Partner als ich?“, „Genüge ich?“, „Werde ich ersetzt?“ und ähnliches. Die Natur jener Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich, dem ich entweder körperlich, intellektuell, emotional oder sexuell nicht Stand zu halten fürchte. Ich meine also, „Andere sind besser als ich“. Dies könnte vielleicht auch der Partner entdecken und mich deswegen verlassen. Es ist klar, dass im Kern dieser Eifersucht ein Mangel an Selbstwert steckt. Es ist die Angst, nicht zu genügen, ersetzt zu werden.

Nun gehen wir einen Schritt weiter: Gibt es Eifersucht aus einem anderen Grund als pure Angst, eine Eifersucht, die eine positive Wirkungsweise zeigt?

Weiter oben schrieb ich über „Die große Liebe“ und den Gleichklang der Seelen. Nun ist es so, dass in diesem Fall Getrennt sein von seinem Partner tatsächlich Schmerz bedeutet. Es ist kein Gefühl der Angst vor Verlust oder Angst vor dem Ausgetauscht werden da. Und dennoch existiert ein Eifersucht ähnliches Gefühl der Getrenntheit, wenn man gerade nicht zusammen sein kann. Der Gleichklang erzeugt ein unbeschreibliches Gefühl der Einheit. Getrenntheit jedoch erzeugt Reduktion. Es ist mir bewusst, dass einige nun entgegnen werden, dass „jene Einheit“ im Selbst/in Gott immer da ist, immer währt und dass diese Empfindungen nur eine Regung des Egos seien…

Ich sage dazu lediglich, dass jene Einheit mit dem Partner eine Verkörperung der Einheit Gottes ist. Zwei Pole, die zu einem verschmelzen. Jene Verschmelzung löst Wogen von Emotionen aus, die unbeschreiblich schön in ihrer Art sind. Und hier kann es zu einem Gefühl kommen, das ähnlich der Eifersucht, jedoch ohne einem destruktiven Beigeschmack ist. Was ist zu tun? Nichts, außer jeden Tag Danke zu sagen und das Erlebte zu genießen.

Angst als ein Aspekt der Liebe

Ich denke, es ist nur natürlich, dass viele Menschen in ihren Beziehungen Ängste erleben. Beziehungen sind ein Erkenntnisprozess. Erkenne ich an, dass ich in diesen wachsen kann, werde ich meine Lektionen auch lernen. Doch mit jeder Lektion sollte ich mir bewusst sein, dass auch negative Erfahrungen nicht ausschließen, dass es positives Erleben zukünftig noch geben kann. Was es hier zu überwinden gilt, ist der Glaube, dass sich alles wiederholen muss. Negative Erfahrungen bergen in sich die Gefahr, noch mehr Angst vor einer Wiederholung des Ereignisses zu haben. Die Folge: ich öffne mich (noch) weniger, vertraue (noch) weniger, gebe mich (noch) weniger hin. Der Schlüssel hier ist, zu erkennen, dass sich Dinge nur dann wiederholen, wenn ICH mich nicht verändere.

Bleibe ich in meinen Verhaltensweisen derselbe sture Mensch, der ich einst war, ist der Weg für dieselbe, ähnliche oder noch schlimmere Erfahrung bereits geebnet. Hier gilt es sehr selbstkritisch Bilanz zu ziehen und bereit zu sein, alte Muster zu überwinden, komplett neues zu versuchen und sich darauf einzulassen sowie die eigenen hochgehaltenen Dogmen über Bord zu werfen.

Vergesse nicht: Es gibt kaum einen Menschen, der keine Angst hat. Wir sind sehr komplexe Wesen, unsere Erfahrungen der Vergangenheit hinterlassen Spuren. Doch jeder macht diese! Auch wenn ich dir vielleicht zu nahe trete: dramatisiere deine Erfahrungen nicht. Höre auf, über diese ewig zu jammern und das Gelernte zu verurteilen. Es ist an der Zeit, jammerfrei zu werden und Ja zum Leben zu sagen. Wie lange noch möchtest du dich in der Angst und dem Schmerz suhlen, wenn doch da draußen der Sonnenschein auf dich wartet?

Es ist an der Zeit. Fange an, mehr über dich selbst zu lachen und dich der Freude des Augenblicks, der frei von der Vergangenheit ist, hinzugeben! Damit gestaltest du eine fruchtbare Zukunft. Liebe ist Vertrauen. Vertrauen in das Leben und in einen selbst!

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Bildquellen

  • Liebe in einer Beziehung: Geza Balint