Hilfe bei Angst und Panik: Die besten Tipps zur Angstbewältigung

Viele Menschen leiden unter Angstzuständen und der daraus folgenden Resignation. Angst kann Menschen vollkommen blockieren und handlungsunfähig machen. Angst ist eine der stärksten und intensivsten menschlichen Emotionen – und das zu Recht: Ohne sie hätten wir in unserer Vergangenheit als Jäger und Sammler in der afrikanischen Savanne nicht überlebt. Raubtiere und giftige Schlangen, Umweltkatastrophen und rivalisierende Stämme, wir waren dieser rauen Welt ausgeliefert. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Hintergründe von verschiedensten Ängsten und was du aktiv gegen diese tun kannst.

Ist Angst normal?

Die Natur musste eine Art Warnmechanismus entwickeln, der unserem Körper ein Signal gibt, dass Gefahr bevorsteht. In einer Angstsituation wird unser Körper auf Kampf, Flucht oder Verharren vorbereitet. Das Nervensystem wird blitzschnell aktiviert, wir kennen das, wenn wir z. B. durch ein plötzlich auftretendes Geräusch aufschrecken.

Furcht ist also gut und sinnvoll. Doch was ist das Problem? Die Gefahren, denen wir damals ausgesetzt waren, existieren in unserer heutigen Welt so gut wie gar nicht mehr. Trotzdem haben viele Leute irrationale Ängste vor an sich harmlosen Dingen entwickelt, beispielsweise Mäusen, engen Räumen oder dem zwischenmenschlichen Kontakt. In den meisten Fällen sind diese Situationen für unser Leben nicht bedrohlich, trotzdem meldet sich bei vielen der uralte Überlebensmechanismus zu Wort.

Meist weiß der Betroffene selbst, dass die Angst unbegründet ist und im Regelfall keinerlei negative Konsequenzen für das eigene Leben hat. Trotzdem kann die Phobie so stark werden, dass der Betroffene einen Großteil seiner Zeit damit verbringt, diese Situationen zu meiden. Die Lebensqualität wird dabei stark beeinträchtigt.

In diesem Artikel möchte ich dir den Grund für diese unangemessenen Reaktionen erklären und psychologisch fundierte Wege zeigen, mit der Angst umzugehen oder sie zu überwinden.

Was sind die Ursachen für irrationale Angst?

Ein Großteil der Ängste, die wir als Erwachsener empfinden, sind erlernt. Ursachen können sein:

  • Überbehütende Eltern sind häufig die Ursache von Angststörungen der Kinder.
  • Traumatische Erfahrungen in der Kindheit.
  • Das Modell-Lernen kann verantwortlich für die Entwicklung einer Phobie sein. Dabei wird durchs Zuschauen gelernt, wenn die Mutter beispielsweise bei einer starken Angstreaktion auf eine Spinne beobachtet wird.
  • In sehr seltenen Fällen kann eine Angststörung auch durch eine körperliche Funktion ausgelöst werden, beispielsweise von einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Störung des Kalziumhaushalts.
  • Negative Berichterstattung kann ein diffuses Gefühl der Angst hervorrufen und bestehende Ängste verstärken.

Welche Arten von Angst gibt es?

  • Agoraphobie: Angst vor unbekannten Orten und Menschenansammlungen, z.B. auf großen Plätzen. Der Betroffene hat Angst davor, in eine unkontrollierbare Situation zu gelangen, aus der er nicht flüchten kann.
  • Soziale Phobie: Der Betroffene hat panische Angst davor, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und in eine peinliche Situation zu geraten, z. B. beim Halten einer Rede. Dies kann von der gelegentlichen Vermeidung zwischenmenschlichen Kontakts bis zur kompletten Isolierung von der Außenwelt gehen.
  • Klaustrophobie: Angst vor geschlossenen oder engen Räumen, wie z. B. Aufzügen oder Flugzeugen. Der Betroffene hat meist Angst zu ersticken.
  • Zwangsstörung: Zwänge, wie Wasch-, Kontroll-, Ordnungs- oder Wiederholungszwang
  • Hypochondrie: Angst, an einer schweren Erkrankung zu leiden
  • Belastung, Trauma (PTBS): Traumatische Erlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten und die häufig in Form von Gedanken oder Albträumen immer wieder erlebt werden
  • Generalisierte Angststörung: Angst vor potentiellen Ereignissen, die vielleicht eintreten könnten mit der Tendenz zu Grübelzwang.

Was sind die körperlichen Auswirkungen von Angstzuständen?

Viele Menschen wissen nicht, dass sich Angst nicht nur auf der Gefühlsebene, sondern auch sehr stark körperlich äußert. Ein permanent hoher Blutdruck, Muskelverspannungen, ein hoher Blutzuckerspiegel oder unkontrollierte Schweißausbrüche können Symptome für eine bestimmte Angst sein, die das Leben oft unbewusst begleitet. Langfristig gesehen schaden diese Symptome dem Körper.

Was kann ich gegen Angst machen?

Die gute Nachricht ist: Alles Erlernte können wir auch wieder verlernen! Zwei Drittel aller Menschen mit starken Angstgefühlen können diese innerhalb kurzer Zeit überwinden. Wichtig zu wissen: Die Angst entsteht nicht durch die Situation an sich, sondern dadurch, dass diese Situation als gefährlich eingestuft wird. Die Bewertung ist entscheidend. Allein sich diesen Umstand klar zu machen, kann Angst aus der emotionalen, mehr in die rationale Ecke holen. Dem durch Angst erzeugten Stress begegnet man am besten durch Techniken der Entspannung.

Wenn du dich mit den beschriebenen Ängsten und Störungen identifizieren kannst, habe ich hier einige psychologisch fundierte Techniken, um damit umzugehen.

Konfrontationstherapie

Bei einer Konfrontationstherapie stellst du dich deiner Angst und gehst durch sie hindurch. Du bleibst so lange in der Situation, bis die Angst ihren Höhepunkt erreicht hat und dann abklingt. Je nach dem Grad deiner Angstgefühle kannst du das alleine durchführen. Sollten die Angstgefühle so stark sein, dass beispielsweise eine Ohnmacht zu befürchten ist, solltest du einen Experten hinzuziehen. Durch die wiederholte Konfrontation mit der angstbesetzten Situation und der Erfahrung, dass diese Situation keinerlei negative Auswirkungen hat, wirst du systematisch desensibilisiert. Dein Körper lernt, dass von dieser Situation keine Gefahr ausgeht und die Angst wird verschwinden.

Sport und Entspannung

Wenn du unter einer Angststörung leidest, befindest du dich in ständiger Alarmbereitschaft, dein Körper ist dauerhaft angespannt. Sport schüttet nicht nur Endorphine aus und sorgt für Glücksgefühle, die anschließende Erschöpfung kann auch helfen, Angst zu reduzieren, denn Entspannung und Erschöpfung lassen sich physiologisch schwer mit einer Angststörung vereinbaren.

Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung sind weitere erlernbare Entspannungstechniken, mit denen man seiner Angst entgegenwirken kann.

Umformulierung von Gedanken

Falls du dich bei Gedankengängen ertappst, die ungefähr folgendermaßen klingen: „In dieser Situation wird bestimmt das und das passieren. Alle werden mich auslachen!“, formuliere sie um.
Beispielsweise zu „Es kann mir absolut nichts passieren. Ich fühle mich sicher. Die Angst ist nur unangenehm, doch wenn ich mich ihr stelle, wird sie kleiner“

Die Umformulierung von Gedanken und Wiederholung während der Konfrontation beruhigt deinen Geist und gibt dir eine Richtung vor. Hierzu eignen sich Mantren und Meditation.

Akzeptanzorientierte Verfahren

Besonders schlimm ist es, wenn zusätzlich zu der Furcht vor einer konkreten Situation noch eine Furcht vor der Angst entwickelt wird. Hier können Akzeptanzorientierte Verfahren extrem hilfreich sein: Du lernst, dass du nicht deine Symptome besiegen musst, sondern sie nur wertfrei beurteilen solltest. Akzeptanzorientierte Verfahren arbeiten viel mit Achtsamkeitsübungen und intensiver Meditation.

Dekatastrophisieren

Das Dekatastrophisieren ist eine wirkungsvolle Methode, um mithilfe deiner kognitiven Fähigkeiten die Angst vor einer bestimmten Situation in ihre Schranken zu weisen.

Schritt 1: Die Technik besteht aus fünf Fragen

  1. Wovor habe ich genau Angst? (z. B. vor Leuten eine Präsentation zu halten)
  2. Was ist das schlimmste was passieren könnte? (z. B. du vergisst deinen Text und das Publikum lacht über dich)
  3. Wie schlimm wäre diese Katastrophe auf einer Skala von 1-10? (gar nicht schlimm und keine Auswirkung auf dein Leben bis sehr schlimm und permanent lebensverändernd)
  4. Wären die Auswirkungen davon wirklich dauerhaft?
  5. Wenn du es realistisch betrachtest, wie wahrscheinlich ist es, das die Situation eintritt?

Schritt 2: Das bestmögliche Szenario bestimmen

Was ist das beste, das passieren kann und welche Auswirkungen hat das auf dein Leben (z. B. mehr Selbstvertrauen, Befreiung von Angst)? Du wirst sehen, dass im Großteil aller Fälle die möglichen positiven Auswirkungen deines Handelns trotz Angst gegenüber den negativen bei weitem überwiegen. 

Ängste und eine starre Routine stutzen zunehmend unsere Flügel, weisen uns in die Schranken. Leichtigkeit und echte Lebendigkeit fallen auf diese Weise sehr oft einem eintönigen oder viel zu schnellen Hamsterrad zum Opfer. Lassen wir uns nicht von unreflektierten Sicherheitsgedanken und Selbstzweifeln in die Falle locken! In diesem Video spricht Sandra darüber, wie wesentlich es ist, dem eigenen Herzen und der Intuition zu folgen. Aus meiner Sicht ist alles andere Zeitverschwendung.

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Hypnose

Hypnose-Sitzungen haben sich in der Behandlung von Angststörungen bewährt. Sie fördern einerseits durch progressive Muskelentspannung tiefe Entspannungszustände und Zugang zum Unterbewusstsein. Bedacht und kontrolliert eingesetzt, wird es erleichtert, neue befreiende Gedankenmuster zu verankern.

Alternative Hilfe bei Angst

Neben professionellen schulmedizinischen Behandlungsmethoden ist es auch möglich, der Angst auf alternativer Ebene zu begegnen. Auf der Persönlichkeitsentwicklungsebene spiegelt Angst eine tiefe Vertrauenskrise wider, die durch einen Mangel an Urvertrauen in das Leben und den universellen Strom des Seins entsteht.

Angst ist eine Empfindung des „Ichs“, des Egos, also jenem Teil, der sich getrennt als ein Individuum wahrnimmt. Durch das subjektive Gefühl der Trennung, dem Gefühl alleine zu sein, entsteht der Drang, Anschluss und Sicherheit zu finden. Diese Suche nach Sicherheit äußert sich in einer Vielzahl von problematischen Gedanken. Gedanken, die um Kontrolle einer Situation und Absicherung kreisen. Der Mensch nimmt wahr, dass jeglicher Versuch, das Unkontrollierbare zu kontrollieren, zum Scheitern verurteilt ist. Die Folge dieser Gedankengänge ist Angst.

Aus spiritueller Sicht geht es daher darum, die ursächlichen Gedanken zum Schweigen zu bringen. Die durch diesen Prozess erreichte Ruhe ist ein Zustand jenseits des Gedankenkarusells des Egos und nennt sich „Nondualität“. Die Nondualität ist daher ein Zustand jenseits von Emotionen und Gedanken.

Zum Erreichen jener gedanklichen Ruhe empfehlen wir die Verwendung von neuen gedanklichen Mustern, die den kreisendenden Gedanken entgegenwirken.  Jene neuen gedankliche Muster nennt man Affirmationen, welche untertags mehrmals wiederholt werden. Um die richtigen – also für mich maßgeschneiderten – Affirmationen zu finden, eignet sich z.B. die Übung der Zwillingseigenschaften, welche du im kostenlosen Leitfaden zur Selbstreflexion findest.

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Wie kann ich mit Affirmationen meine Angst bewältigen?

Affirmationen und Mantren sind deswegen wirkungsvoll, da sie das Problem direkt an ihrer Quelle ansprechen: in unserer gedanklichen Welt sowie dem Unterbewusstsein! Die von uns als Individuen empfundene Realität ist nicht mehr als eine subjektive Wahrnehmung. Die daraus entstehende Wirklichkeit wird rein durch unsere Gedanken erzeugt und hat nur zu einem kleinen Teil mit der tatsächlichen Realität etwas zu tun. Diese Wirklichkeit ist gefiltert von Unterbewusstsein und Bewusstsein und erlaubt uns nur einen kleinen Teil vom wahren Strom des Lebens zu sehen.

Affirmationen helfen die „krankmachenden“ Gedanken zu neutralisieren und diese in eine neue befreiende Sichtweise umzuwandeln. Der Prozess der Umwandlung ist in vielen Kulturkreisen bekannt. Tatsache ist, dass egal ob man Atheist ist oder nicht, Affirmationen mit einem Bezug zu etwas „Höherem“ bessere Wirkung zeigen, als ohne Bezug zu einer höheren Instanz bzw. Sinngebung.

Wieso ist Selbstreflexion bei der Bewältigung von Angst wichtig?

Es ist an der Zeit, aktiv zu werden und zu erkennen, dass es möglich ist, die eigene Psyche neu zu gestalten. Sehe dich nicht als Opfer deiner Angst, ausgeliefert und glaubend, dass du nichts tun kannst. Dies entspricht nicht der Wahrheit – du bist ein unendliches, zeitloses und gesundes Wesen. Deine Natur ist Freiheit. Das Problem ist nur, dass du dies vergessen hast.

  • Beginne, dich mit dir selbst, deiner gedanklichen Welt auseinander zu setzen.
  • Bilde dich fort! Es gibt sehr viele gute Bücher in dieser Richtung. Wieso? Weil du dich neuen Möglichkeiten öffnest.
  • Sei dir bewusst, dass dein jetziger Zustand eine Folge von wiederholten, von dir als richtig angesehenen Gedanken und Handlungen ist. Es ist daher notwendig, neuen Gedanken und Handlungsmöglichkeiten Raum zu geben!
  • Heute setzt du das Samenkorn für deinen psychischen Zustand, den du in der nahen Zukunft erlebst. Beginne daher heute, dich selbst neu zu gestalten.
  • Angst kann eine Chance sein. Erkenne die Angst als Hinweisschild, nicht nur auf die Risiken, sondern auch auf die Chancen einer neuen Zukunft.
  • Erlaube dir auch professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn du dies wünscht. Dies muss dir nicht peinlich sein, viele Menschen sind von dieser Thematik betroffen.

Wieso hilft Hingabe und Vertrauen bei Angstzuständen?

Im Leben eines jeden Menschen gibt es herausfordernde Momente, die Angst auslösen. Es sind Herausforderungen, die den Menschen zwingen, eigene Handlungsweisen zu hinterfragen. Wir sprechen hier von Synchronizitäten: der Strom der Zeit offenbart genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Situationen, die einen Menschen vor die richtige Prüfung stellen. Dies bedeutet nicht, dass die richtige Prüfung die ist, die sich der Mensch gewünscht hat sondern vielmehr die ist, die ihn wachsen lässt.

Ist jemand nicht gläubig, spricht er in diesen Momenten von erbarmungslosen Schicksalsschlägen, unter denen er leidet. Ein Mensch, der tief in seiner eigenen Form der Spiritualität verankert ist, leidet sehr oft ebenso, versteht aber, dass ein tieferer Sinn hinter den Ereignissen steckt: Gerade diese schwierigen Momente bieten die beste Möglichkeit, die eigene Angst zu konfrontieren!

Aus spiritueller Sicht gibt es keine schlechte Erfahrung, es gibt nur Erfahrung mit vielen beteiligten Schachfiguren. Am Weg beginnt man, die Synchronizitäten wahrzunehmen, man erkennt, dass es keinen Zufall gibt, man gibt sich mehr und mehr dem Leben hin. Man erkennt die Verbindungslinien quer durch die Zeit, die uns miteinander verbinden. Eine Feier des Lebens, die nur eines zeigt: unser Leben gehört uns nicht alleine – wir sind verbunden. Wer bin ich, dass ich am Plan hadere, wenn ich doch weiß, dass diese Situation ein unglaubliches Geschenk für mich bereit hält, welches ich zu sehen vielleicht noch nicht im Stande bin?

Jedes dieser Geschenke hat unterschiedliches Verpackungsmaterial, Konsequenzen, die sich daraus ergeben… Hatte ich je um dieses Geschenk gebeten? Meistens nicht. Und auch im tiefen Wissen, dass ich nicht darum gebeten habe, erwächst beim wahrhaftig Suchenden irgendwann das tiefe Vertrauen, dass es gut ist.

Wieso ist Loslassen so wichtig?

Diese Art von Loslassen am Weg nennt sich absolute Ergebung, Hingabe und Urvertrauen. Jene Hingabe zeigt sich in folgendem Mantra: Oh allumfassende Energie, nimm mein Leben, forme es, mache daraus, was du meinst, das wichtig ist. Nimm mir alles, gebe mir alles, tue das, was nötig ist, sodass ich wachse.

Lebe ich nach diesem Mantra, schwindet die Angst – der Strom wird dich tragen und es wird zum richtigen Zeitpunkt völlig klar sein, was in einer schwierigen Situation zu tun ist. Ist die Klarheit noch nicht da, suche Ruhe und übe dich in Geduld. Der Moment der Klarheit wird kommen und du wirst handlungsfähig sein.

Manchmal gibt es Situationen, da wird einem Menschen durch Synchronizitäten die absolute Gnade zu teil, man wird überhäuft mit Geschenken, doch der Verstand des Menschen findet auch hier Dinge, vor denen er sich fürchten kann oder er erkennt das Geschenk nicht. Oder er stellt sich die Frage: Darf ich dieses Geschenk annehmen? Was ist die Konsequenz? Und schon hadert man wieder mit den Synchronizitäten, die geschehen. In diesem Fall bilden sich kreisende Gedanken oder Gedankenformen, die es zu bearbeiten gilt.

Gebe dich dem Fluss des Lebens hin, ergebe dich und unglaubliche Geschenke warten auf dich. So viele werden zu alten Menschen voller Bedauern. Bedauern, auf Sicherheit gespielt und dabei die schönsten Möglichkeiten verpasst zu haben. Bedauern, sich dem Lebensstrom nicht hingegeben und zu leben vergessen haben. Sei mutig und heiße alles willkommen, egal was es ist!

Wie überwinde ich die Angst zu versagen?

Wie oft geschieht es im eigenen Leben, dass man die Angst in sich verspürt, etwas nicht richtig zu machen. Die Angst zu versagen lähmt den Fortschritt, lähmt wunderbare Möglichkeiten, die einem erlauben würden, alles zu tun. Wie kommt man aus dem Teufelskreislauf des Dauerhinterfragens und der Selbstsabotage heraus? Wie bewältigt man die Angst zu versagen?

Sind Versagensängste immer eine Frage des Selbstbewusstseins?

So oft haben wir es gehört: Natürlich ist es wichtig, dass wir lernen ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen. Doch wie bei allen Dingen ist auch hier die Balance wichtig. Ein übersteigertes Selbstbewusstsein bringt Menschen dazu, ohne jegliche Selbstreflexion die eigenen Handlungsweisen als die einzig richtigen anzusehen. Es sind sehr unangenehme Zeitgenossen und man fühlt sich in ihrer Gegenwart überrollt und will so viel Abstand wie möglich von ihnen. Doch kann nicht auch hier in Wirklichkeit die Angst zu versagen im Hintergrund verborgen sein? Ist es nicht nur scheinbares Selbstbewusstsein, ein Selbstbewusstsein, das lediglich dazu dient, die eigene Unsicherheit zu verbergen?

Im Gegensatz dazu gibt es auch die sturen Berufsopfer. Sie machen mit unglaublicher Präzision für alle unangenehmen Ereignisse im eigenen Leben andere Menschen verantwortlich. Der ehemalige Chef, der ehemalige Partner, der Nachbar, die Eltern oder wer auch immer: Scheinbare Fehler von Mitmenschen werden hier am Gipfel der eigenen Selbstgefälligkeit zelebriert, denn auf diese Weise gilt die Generalamnestie: Ich trage keine Verantwortung an Geschehnissen und an meinem Zustand.  Alle anderen sind es – deren Verhaltensweisen damals und jetzt: ich habe bereits alles getan.

Berufsopfer haben das Opferdasein als Beruf – sehr viel Zeit und Energie wird in die Aufrechterhaltung und Kultivierung der eigenen Opferrolle gesteckt, was auch dazu führt, dass diese Energie für früchtetragende Projekte fehlt. Auch hier wirken tiefe Versagensängste im Hintergrund. Wäre ich bereit, die Verantwortung für die Konsequenzen meiner eigenen Handlungen zu übernehmen, hätte ich zwar die Kontrolle zurück, müsste aber gleichzeitig auch das lieb gewonnene Spiel der Verurteilung von anderen aufgeben. Ich wäre auf einmal für mein eigenes Leben verantwortlich.

Wir sehen: scheinbar selbstbewusst oder scheinbar Opfer – in beiden Fällen ist es möglich, dass die Angst zu versagen im Hintergrund wirkt.

Versagensängste verursachen Gedankenkaskaden

Spüre ich die Angst zu versagen in mir, werde ich auch wahrnehmen, wie ich viele Entscheidungen gar nicht treffen kann. Es ist mir unmöglich Handlungen zu setzen, weil ich in einer Feedbackschleife festhänge:

  • Was werden die anderen sagen? (Familie, Freunde, Bekannte, Unbekannte)
  • Was geschieht, wenn es nicht gelingt?
  • Mit welchen Konsequenzen ist überhaupt zu rechnen?

Die einfache Antwort auf all die Fragen liefert die Angstenergie: „Es ist sicherer, nichts zu tun, denn diesen Zustand kenne ich“. Oder anders ausgedrückt: „Lieber ein bekannter Schrecken ohne Ende als ein Ende mit Schrecken.

Drei Schritte, um Versagensängste zu überwinden

Der Schlüssel liegt nun darin, den Teufelskreis zu überwinden. Wie geschieht das?

Schritt 1: Übernimm Kontrolle über die Vergangenheit

Du bist heute da, wo du bist, aufgrund deiner eigenen vergangenen Entscheidungen. Ja es mag sein, dass schlimme Dinge im eigenen Leben geschehen sind und selbst wenn diese in der Kindheit geschehen sind und wir diese nicht verstehen können: Offensichtlich gab es einen Plan, eine Autorität im Hintergrund, die dieses Bild gemalt halt. Wir mögen den Sinn der Ereignisse nicht verstehen. Persönlich bin ich aber überzeugt davon, dass es im Sinne von Karma absolut Sinn macht. So bleibt uns nur das Geschehene zu akzeptieren.

Die Alternative wäre ein Leben mit Gefühlen der Trauer, des Hasses und der Missgunst. Heilung im Sinne von Vergebung und Abschließen ist der einzige Ausweg. Mir ist bewusst, dass dies nicht immer leicht ist, deswegen nennt sich eine solche Situation auch Lebensaufgabe. Übernimm Kontrolle für diese Lebensaufgabe, lerne zu vergeben und vorwärts zu blicken.

Schritt 2: Übernimm Verantwortung für die Gegenwart

Du bist verlassen worden? Ja, auch du hast dazu beigetragen. Dein Chef hat dich schlecht behandelt? Ja, auch du hast dazu beigetragen. Die Eltern stecken dich immer in das gleiche Schuhfach? Ja, du hast dazu beigetragen. Höre auf, die gesamte Energie darauf zu verschwenden, dir und deiner Umwelt dein Opferdasein zu erklären.

Ist es so viel wichtiger, andere in ein schlechtes Licht zu rücken, als Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen? Ist dir nicht klar, dass all die Energie, die du in Rechtfertigungen und Erklärungen verschwendest, letztendlich (im besten Fall) verpufft oder gegen dich gerichtet zurückkommt? Wahre Verantwortung zu übernehmen, bedeutet, den eigenen Anteil an Geschehnissen zu erkennen, zu akzeptieren und damit Verständnis für alle Beteiligten zu zeigen. Wer bist du, dass du nicht nur den ersten Stein, sondern eine Wagenladung von Steinen schmeißt? Verantwortung zu übernehmen bedeutet, die Steine aufzuheben und daraus ein Haus zu bauen.

Schritt 3: Setze Handlungen ohne Wenn und Aber

Wenn du Kontrolle und Verantwortung für dein Leben übernommen hast, ist es an der Zeit Handlungen zu setzen. Überprüfe zuerst deinen Gedankengang mit den „drei Sieben“, die nicht nur wie in diesem Beispiel für das Sprechen gelten:

Die drei Siebe

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: „Höre Sokrates, das muss ich Dir erzählen!“
„Halte ein!“ – unterbrach ihn der Weise, „hast Du das, was Du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“, fragte der andere voller Verwunderung.
„Ja guter Freund! Lass sehen, ob das, was Du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast Du alles, was Du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?
„Nein, ich hörte es erzählen und…“
“ So, so! Aber sicher hast Du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was Du mir erzählen willst gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“
„Hm…“, unterbracht ihn der Weise, „so lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass Du mir das erzählst?“
„Notwendig nun gerade nicht…“
„Also“ sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste Dich und mich nicht damit.“

Wenn das, was du tun möchtest wahr, gütig und notwendig ist – wage es! Keine Sorge, für kleine alltägliche Dinge musst du nicht zu streng mit dir sein. Hier ist es zuerst einmal wichtig, dass du überhaupt in das Handeln kommst. Wenn aber andere Mitmenschen in Mitleidenschaft gezogen werden, eignen sich die Siebe zur Selbstkontrolle wunderbar. Noch ein Tipp: Menschen, die dich ungerecht behandeln, kannst du sehr wohl schroff oder vehement abweisen. Wichtig ist lediglich, dass du im Herzen die Güte und den Zustand der Nichtverurteilung hältst, Gelassenheit ist hier der Schlüssel.

Jetzt ist es also soweit: Tue, was dir in den Sinn kommt! Habe keine Angst vor den Konsequenzen, höre auf dein Herz. Bitte lese hierzu den sehr guten Artikel zum Thema Bauchgefühl und Intuition. Und das Wichtigste: Sei dir bewusst, dass all jene, die ihre wertvolle Energie darauf verwenden, dich zu beobachten und zu unken, genau jene Energie für „nichts“ verwenden – somit völlig verschwenden. Gleichzeitig setzt du deine Energie für etwas ein, an das du glaubst. Es gibt nichts, dass du tun könntest, was den Unken in deinem Umfeld in ihrer Situation hilft. Bleibe ganz bei dir, konzentriere dich auf das, was du tun willst, setzte es um und lerne aus den geernteten Früchten.

Wie überwinde ich Existenzängste?

Man schläft schlecht und die Gedanken kreisen um die eine Thematik: „Wie soll sich das alles ausgehen?“, „Werde ich auf der Straße stehen?“. Das Leben ist zu diesem Zeitpunkt bestimmt von Existenzängsten.

Die erste Frage, die man sich stellen sollte,  ist: Was ist die Quelle der Emotion? Jede Emotion hat einen ursächlichen Gedanken, der in uns abgespeichert ist. Sehr oft findet man diesen Gedanken im unterbewussten Teil des Menschen. Da diese Gedanken oder Glaubenssätze unbewusst sind und die Seele des Menschen immer nach Ausgleich und Gleichgewicht strebt, drängt der unterbewusste Gedanke nach Außen und manifestiert sich als „Wirklichkeit“.

Welcher negative Glaubenssatz steckt hinter Existenzängsten?

Die direkte Ursache für die Angst vor Mangel  (=Angst auf der Straße zu stehen) liegt zum Beispiel in dem folgenden Glaubenssatz: „Geld ist negativ“. Auch wenn ich glaube „Geld gern zu haben“ bedeutet dies nicht, dass dies die unterbewusste Einstellung zum Geld ist: „ich hasse Geld, weil ich es nicht habe und mich darum kümmern muss“. Existenzängste sind außerdem ein Zeichen für den „Kontrollgeist“, einen Menschen, der aus Unsicherheit versucht, viele Aspekte des eigenen Lebens zu kontrollieren. Dies steht auf der Persönlichkeitsentwicklungsebene im direkten Widerspruch zum Urvertrauen, welches es möglich macht, dass ich alles erhalte, was ich benötige – und nicht will.

Welche Eigenschaft hat Geld?

Geld ist ohne Eigenschaft. Es ist, was es ist und kann in jede Richtung eingesetzt werden. Wie unsere innere Einstellung zum Geld ist und was wir mit dem Geld tun, bestimmt die Wirkungsweise. Wie ist unser unterbewusster und bewusster Umgang mit Geld? Die gesunde Einstellung ist: Ja, ich verfüge über alles (=ohne Mangel leben), aber ich besitze nichts (=ich werde vom Geld nicht besessen).

Beispiel Affirmation zum Üben und Loslassen von Existenzängsten

Bitte spreche den folgenden Satz und dabei „denke“ nicht darüber nach, sondern „fühle“, wie sich der Satz anfühlt:

„Ich bin gesund, glücklich und reich“

Wenn wir den Satz: „Ich bin gesund, glücklich und reich“ ansehen, wirst du vielleicht spüren, dass der Satz mit den ersten zwei Attributen gesund und glücklich vielleicht für dich in Ordnung ist. Mit dem dritten Attribut reich könnte sich etwas in dir sträuben. Doch dieses reich steht für „Fülle“. Fülle in deinem Leben – Fülle an Liebe, Fülle an Ordnung, Fülle an Hingabe und auch Fülle, dass du alles bekommst, was du brauchst. Wichtig: BRAUCHST – nicht WILLST.

Parallel dazu arbeite mit dem Leitfaden zur Selbstreflexion um mit weiteren Affirmationszeilen die seelische Mitte wiederzufinden.

Fazit zu Ängste und Phobien

Egal welche Art von Angstzustand dich quält: Du siehst, wie wichtig es ist, Kontrolle, Verantwortung und Handlungsfähigkeit im eigenen Leben zu integrieren. Außerdem finde Hingabe und Urvertrauen in deinem Leben: Dann haben Angstzustände keine Chance mehr. Ich hoffe, mit diesen Methoden konnte ich dir einige Denkanstöße geben, um an deiner Furcht zu arbeiten. Es wird nicht einfach und unter Umständen musst du tief in dich hineingehen und an den Ursachen deiner Ängste arbeiten. Doch es lohnt sich. Menschen, die ohne Angst durchs Leben gehen, sind erwiesenermaßen glücklicher, gesünder und auch erfolgreicher.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass Angst nicht dein Feind ist. Angst ist unser Verbündeter in überlebenswichtigen Situationen und wird nie verschwinden. Sie ist wie ein Begleiter, der uns mal zu Recht warnt, mal übervorsichtig ist, doch stets nur unser Bestes will.

Besuche bitte unser Forum wenn dir Artikel gefallen hat und du dich darüber austauschen möchtest. Vielleicht können wir ja genau dich ermutigen, Leichtigkeit zurück in dein Leben zu holen und auf dein unvernünftiges Herz zu hören.

Buchempfehlungen

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Mag. Sandra M. Exl und Simon Rösgen entstanden.

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Quellenangaben

  1. Online im Internet: Angststörung: Ursachen, Symptome & Diagnostik – Schön Klinik (schoen-klinik.de), (Stand 04.05.2021)
  2. Online im Internet: Angst – Wikipedia, (Stand 04.05.2021)
  3. Online im Internet: Angst – normales Gefühl oder doch eine seelische Störung? — Patienten-Information.de, (Stand 04.05.2021)
  4. Online im Internet: Die 3 schädlichsten Mythen über Affirmationen › Die Denkdiät (denkdiaet.de), (Stand 04.05.2021)
  5. Befreie dich selbst. Über die Kunst eines erfüllten Lebens. Matthias A. Exl, 2018, Mankau Verlag.

Bildquellen

  • Ein Mensch am Berg: Sarah Nicholl | Shutterstock.com

Matthias Exl, MBA ist publizierter Autor des Selbsthilfebuchs "Befreie dich selbst! Über die Kunst eines erfüllten Lebens". Zusammen mit seiner Frau Sandra gründet er Lanaprinzip Publishing e.U. Matthias arbeitete viele Jahre erfolgreich im Ausland in leitenden Positionen internationaler Konzerne. Es folgte eine Phase der Neuorientierung, in der er sich die Frage stellte, ob Geld, Status und Macht tatsächlich glücklich machen können. Im Streben nach Werten und Sinn verlagerte Matthias seine Tätigkeit in den gemeinnützigen Bereich. Er schrieb zahlreiche Artikel für Fachmagazine und trat regelmäßig bei verschiedensten Kongressen (Bsp. World Business Forum, UNO WAIPA, Perinataldialog etc.) als Vortragender auf.

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