Das Gesetz der Anziehung – Funktioniert das Resonanzgesetz?

Das Gesetz der Anziehung (auch „Resonanzgesetz“ oder „Gesetz der Entsprechung“) wird oft als ein simpler Weg verkauft, um alle persönlichen Lebensziele zu erreichen, sei es Reichtum, Schönheit oder eine erfüllte Partnerschaft. Man müsste nur seine Ziele so oft und intensiv wie möglich visualisieren und der gewünschte Effekt sei garantiert. Der Hintergrund des Gesetztes ist die Theorie, dass Gleiches das Gleiche anzieht. Doch ist dies wirklich so bzw. ist es wirklich so einfach?

Was ist das Gesetz der Anziehung?

Das Gesetz der Anziehung ist ein Naturgesetz, das besagt, dass wir durch unsere Gedanken und Gefühle Anziehungskraft auf bestimmte Dinge ausüben. Wenn wir uns beispielsweise vorstellen, wie es wäre, in einem großen Haus zu wohnen, dann ziehen wir dieses Haus tatsächlich an. Auf ähnliche Weise können wir auch negative Dinge anziehen, wenn wir uns ständig Sorgen machen oder negativ denken.

Das Gesetz der Anziehung funktioniert also nach dem Prinzip der Resonanz: Wir ziehen die Dinge an, mit denen wir auf Schwingungsebene im Einklang sind. Um also positive Dinge anzuziehen, müssen wir unsere Gedanken und Gefühle auf positive Dinge richten. Wenn wir uns beispielsweise vorstellen, dass wir gesund sind und ein erfülltes Leben führen, dann ziehen wir genau diese Dinge an.

Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass sie das Gesetz der Anziehung jeden Tag nutzen – meistens allerdings unbewusst und meistens mit negativem Ergebnis. Viele Menschen leben ihr Leben nämlich in Angst und Sorge und ziehen dadurch eher negative Erfahrungen an. Wenn du dich allerdings bewusst mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigst und lernst, es bewusst anzuwenden, dann kannst du damit beginnen, dein Leben positiv zu verändern.

Ist das Gesetz der Anziehung wahr?

Die Theorie beinhaltet einen gewissen Grad an Wahrheit: Dennoch ist das Gesetz der Anziehung ein weitaus komplexeres Naturgesetz. Neben den eigenen Gedanken wirken noch viele andere Faktoren auf die Wirklichkeit. Wer das Gesetz der Anziehung jedoch wirklich versteht, kann es mit Übung nutzen, um die subjektive Wirklichkeit nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten und so ein glücklicheres Leben zu führen.

Ein erfolgreiches Anwenden des Gesetzes der Anziehung trägt zu einem positiven Geistes- und Seelenzustand bei. In diesem Artikel möchte ich dir die Funktionsweise des Gesetzes der Anziehung erklären und Wege aufzeigen, wie du dein Leben verbessern kannst.

Ein Traumfänger auf einem Baum und im Hintergrund ein Teich

Wieso sind die Leitgefühle des Menschen wichtig?

Im Leben gibt es zwei grundlegende Leitgefühle, die so intensiv sind, dass sie unser komplettes Handeln in eine bestimmte Richtung lenken. Diese beiden Gefühle sind Liebe und Angst.

  • Wer aus Liebe handelt, begegnet sich und seinen Mitmenschen mit Wertschätzung und Wohlwollen.  Ein Gefühl der Verbundenheit und tief verwurzelte Lebensfreude sind das Resultat einer Lebensweise, die Liebe zum Leitmotiv hat.
  • Wer aus Angst handelt, unterdrückt seine Bedürfnisse und auch die Bedürfnisse seiner Mitmenschen. Die Gedanken sind auf die Vermeidung möglicher negativer Ergebnisse gerichtet und stehen damit auch der freien Entfaltung der eigenen Persönlichkeit im Weg.

Jeder Mensch sollte daher danach streben, ein Leben im emotionalen Zustand der Liebe zu führen. Das Problem ist, wir sind darauf konditioniert, Angst zu fühlen. Angst ist ungleich einfacher hervorzurufen und zugleich intensiver. Um Liebe zuzulassen, muss erst die eigene Angst vor Zurückweisung überwunden werden. Dieser Weg ist überaus lohnenswert. Doch was hat all das mit dem Gesetz der Anziehung zu tun? Wenn du Liebe in dir selbst spürst und nach außen trägst, wirst du auch Liebe anziehen. Es werden Menschen in dein Leben treten, die dir ähnlich sind und du bist fähig eine erfüllende Beziehung zu führen.

Im folgenden werde ich dir aufzeigen, wie du Liebe in dir selbst kultivieren und von außen anziehen kannst.

Warum zieht man das an, was man denkt?

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Realität keine statische Sache ist. Realität bezeichnet nur die Interpretation der Wirklichkeit in unserem Umfeld. Daher lebt jeder Mensch in einer anderen Realität und ein und dasselbe Ereignis können von zwei unterschiedlichen Personen auch komplett unterschiedlich bewertet werden. Auch die Vergangenheit wird durch den Filter der aktuellen Realitätswahrnehmung betrachtet.

Falls du gerade glücklich bist, denkst du eher an positive Ereignisse aus der Vergangenheit. Die Fehler und Versäumnisse erscheinen kaum noch schlimm.  Befindest du dich jedoch in einer unglücklichen Phase, machst du deine Fehler der Vergangenheit dafür verantwortlich. In beiden Fällen hast du dieselbe Geschichte erlebt, die Bewertung ist jedoch eine andere. In der Psychologie nennt sich dieser Effekt „Mood congruence bias“.

Mangel oder auch Erfüllung sind keine „realen“ Dinge, die wirklich materiell vorhanden sind. Wie lässt sich ansonsten erklären, dass es Menschen gibt, die nach unseren Standards in Armut leben und trotzdem das Gefühl haben, genug zu haben und voller Dankbarkeit sind? Und dass es auf der anderen Seite Menschen gibt, die Reichtümer besitzen, aber dennoch ein Gefühl des Mangels empfinden und unglücklich sind. In ihrer Wahrnehmung brauchen sie noch mehr, um endlich glücklich sein zu können.

Dieses Streben nach mehr ist zurzeit leider auch ein gesellschaftliches Paradigma. Erfolg und Wohlstand werden mit Lebenszufriedenheit assoziiert. Insbesondere das amerikanische Glücksideal baut auf einem Streben nach materiellem Reichtum und Besitz auf.

Es ist also wichtig zu verstehen, dass du ein Gefühl der Liebe für die Welt erst in deinen Gedanken kultivieren musst, bevor es sich in deiner Realität manifestieren wird.

Schriftzug Leitfaden zur Selbstreflexion

Warum funktioniert bei mir das Gesetz der Anziehung nicht?

Das Gesetz der Anziehung ist ein großartiges Konzept, aber leider funktioniert es nicht immer. Manchmal scheint es, als ob wir alles tun können, um etwas zu erreichen, und es einfach nicht passieren will. Warum ist das so?

Das Problem von vielen „Positiv Denken“-Ansätze ist es, dass sie die Existenz von negativen Gedanken zwar anerkennen, die beschriebenen Methoden jedoch meist nur auf eine Verdrängung ebendieser abzielen. Du solltest dich ebenso mit den Ursachen und Quellen für deine negativen Gedanken auseinandersetzen. Falls du innere Blockaden und tief verwurzelte Ängste hast, wirst du mit deiner Visualisierung immer gegen sie ankämpfen. Ein Coaching oder fachkundige Beratung bei einem Psychologen können sehr hilfreich sein, um diese zu lösen und den Weg freizumachen.

Bitte bedenke: Sehr oft ist das positiv Visualisierte nur der Teppich, unter den der gesammelte Dreck gekehrt wird. Unter diesen Umständen kann das Gesetz der Anziehung nicht funktionieren bzw. wirkt gegenteilig.

Es gibt weitere Gründe, wieso das Gesetz der Anziehung oft nicht funktioniert:

  1. Zuerst einmal müssen wir uns darüber im Klaren sein, was genau wir anziehen wollen. Wenn wir uns nicht klar darüber sind, was wir wollen, können wir es auch nicht anziehen. Es ist wie mit einem Magneten – wenn Du nicht weißt, was Du anziehen willst, kannst Du auch kein Magnetfeld erschaffen.
  2. Zweitens müssen wir unseren Glauben stärken. Wenn wir nicht an das Gesetz der Anziehung glauben, wird es auch nicht funktionieren. Wir müssen die innere Überzeugung wahrnehmen, dass es funktioniert und an unseren Traum glauben.
  3. Drittens müssen wir die richtigen Gefühle hegen. Das Gesetz der Anziehung funktioniert nur, wenn wir positive Gefühle haben. Wenn wir uns Sorgen machen oder Angst haben, ziehen wir negative Dinge an. Daher ist es sehr wichtig, dass wir uns auf positive Gefühle konzentrieren und versuchen, unsere Ängste zu erkennen und zu überwinden.
  4. Viertens müssen wir handeln. Das Gesetz der Anziehung allein reicht nicht aus. Wir müssen auch unseren Traum verwirklichen und unsere Ziele erreichen. Dazu müssen wir handeln und unser Bestes geben. Wenn wir glauben und positive Gefühle hegen, aber nichts tun, um unseren Traum zu verwirklichen, dann passiert auch nichts.
  5. Fünftens müssen wir Geduld haben. Das Gesetz der Anziehung braucht Zeit, um zu funktionieren. Wenn wir ungeduldig sind (=negative Gedanken und Emotionen) und erwarten, dass alles sofort passiert, dann passiert meistens gar nichts. Wir müssen also Geduld haben und dranbleiben.

Wenn Du diese fünf Punkte beachtest, dann sollte das Gesetz der Anziehung bald für Dich funktionieren. Ein klarer Geist und Gedanken, die mit deinen Träumen und Zielen übereinstimmen, sind der Schlüssel zu manchen positiven Überraschungen im Leben.

Wie nutze ich das Gesetz der Anziehung?

Wieso ist Altruismus als Lebenseinstellung wichtig?

Wer viel gibt, der bekommt auch viel zurück. Diese Weisheit ist allgemein akzeptiert und nennt sich Altruismus. Doch wie genau funktioniert der Kreislauf von Geben und Nehmen und was hat das mit dem Gesetz der Anziehung zu tun? Zu Geben und anderen Menschen eine Freude zu bereiten oder ihnen weiterzuhelfen macht glücklich. Durch den Dienst an seinen Mitmenschen steigt das Selbstwertgefühl und man gibt sich automatisch die Erlaubnis, auch etwas zu empfangen.
Der indische Weisheiten-Lehrer S.S. Baba Sagte zum Thema Dienst am Nächsten:

  • „Ihr glaubt vielleicht, es seien eure Geschäfte, euer Beruf und andere Verpflichtungen, die euch im Leben stützen. Nein! Früher oder später werdet ihr sie aufgeben müssen. Der einzig ständige Besitz, den ihr habt, ist der Dienst am Mitmenschen. 
  • „Bei jedem Dienst muss an erster Stelle das Ego aufgeopfert werden, da das Ego die Blockade für den richtigen Einsatz des Geistes bildet.“
  • „Diene nicht, um Belohnung zu erhalten, Aufmerksamkeit zu erregen oder Dankbarkeit zu ernten, oder aufgrund eines Gefühls von Stolz auf deine eigene Überlegenheit, was Geschicklichkeit, Wohlstand, Status oder Autorität angeht. Diene, weil du von Liebe getrieben wirst. (…) Überprüfe die Handlungsmotive, befreie sie gründlich von jedem Überrest von Ego.“
  • „Das Bestreben zu dienen muss seinen Ursprung in der inneren Betroffenheit haben, die euch angesichts des Leidens anderer befällt. Helft so viel ihr könnt, so lautlos und liebevoll ihr könnt.“ 

Um Liebe von außen zu empfangen, ist es daher wichtig, auch selbst eine gebende Haltung einzunehmen.

Wie nutze ich die Kraft der Imagination?

Unsere Imagination, die Bilder, die in unseren Köpfen sind, geben uns auch die Richtung vor, in die wir uns bewegen. Sie bestimmen das Weltbild, das wir haben. Durch Imagination machen wir uns die schöpferische Kraft zunutze, die jedem von uns innewohnt. Seine Träume und Ziele zu visualisieren, ist daher das primäre Werkzeug, das wir nutzen.

Beispiel einer praktischen Anwendung des Gesetzes der Anziehung

  1. Halte dir täglich etwa fünf bis zehn Minuten frei, um das Visualisieren zu praktizieren, am besten morgens direkt nach dem Aufstehen. 
  2. Bringe dich dabei in eine entspannte Position.
  3. Du kannst die Praxis des Visualisierens auch mit einer täglichen Achtsamkeitsmeditation kombinieren.
  4. Nun stelle dir das gewünschte Szenario so detailliert wie möglich vor. Nehme die Situation mit all deinen Sinnen wahr. Was siehst du? Welche Farben genau? Was hörst du, riechst du, schmeckst du? 
  5. Die Emotionen sind die Triebkraft für Veränderung. Habe keine Angst vor Veränderung! Eine mit Emotion aufgeladene Imagination setzt zusätzliche Energie frei.
  6. Wenn du dir dein Wunschereignis vorstellst, versuche die Emotionen, die du damit verbindest, so intensiv wie möglich zu spüren.

Infografik Anwendung des Gesetzes der Anziehung
Durch deine intensive Imagination sendest du Wellen in die Außenwelt. Diese Art der Energie ist noch nicht genau erforscht und wird kontroversiell diskutiert. Beinahe jeder hat sie aber schon selbst wahrgenommen. Die meisten von uns hatten schon Erlebnisse mit unerklärlichen Formen der Gedankenübertragung oder plötzlich auftretenden Gefühlen in Zusammenhang mit nahen Verwandten oder Tieren.

Wie wirken andere Menschen auf meine Manifestationsversuche ein?

Viele Weisheiten-Lehrer machen darauf aufmerksam, dass man als Individuum selbst für die Lenkung seines Schicksals verantwortlich ist und allein mittels der Kraft seiner Gedanken die Welt nach den eigenen Vorstellungen gestalten kann. Das Problem ist: Neben der Energie, die wir aussenden, gibt es noch zahlreiche andere Menschen und andere Energien, die auf das große Ganze wirken.

Das Resultat ist dabei nicht nur ein Ergebnis unserer eigenen Energie, sondern ein Produkt aller Energien, die zusammen fließen. Man kann daher das Geschehen in eine bestimmte Richtung lenken, ein bestimmtes Ergebnis ist jedoch nie garantiert. Durch wiederholtes und beständiges Aussenden kann das gewünschte Ergebnis langfristig gesehen produziert werden, wenn auch der folgende Punkt berücksichtigt wird.

Wieso müssen Gedanken, Worte und Taten im Einklang sein?

Erfolgreiche Intention bedeutet, dass Worte, Gedanken und Taten übereinstimmen. Das bedeutet, die besten Intentionen und selbst die intensivsten Imaginationen sind nutzlos, wenn wir nicht wissen, wie wir sie praktisch umsetzen. Der alleinige Wunsch und das Visualisieren nach einer erfüllten Partnerschaft beispielsweise sind die eine Sache. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass sich der Traumpartner bei dir meldet, wenn du den ganzen Tag nur zuhause sitzt und visualisierst. Das Visualisieren sollte keinesfalls als Ausrede dienen, Dinge nicht praktisch anzugehen.

Du solltest Wege finden, die das Eintreten deiner Wunschsituation begünstigen. In unserem Beispiel also: Wo findest du potenzielle Partner mit ähnlichen Interessen? Könntest du Vereinen beitreten? Welche Angebote gibt es in deiner Nähe, bei denen sich alleinstehende Personen näherkommen können?

Durch das Zusammenspiel von Imagination und Handeln entsteht so eine mächtige Energie, die dein Leben in die gewünschte Richtung lenken wird. Wichtig ist es, ins Handeln zu kommen und Möglichkeiten zu ergreifen.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Simon Rösgen entstanden.

Teilen macht Freude und du unterstützt unsere Arbeit!

Bildquellen

  • Ein Traumfänger in der Natur: Elina Leonova | Shutterstock.com