Glück finden: Was macht glücklich? Praktische Tipps für dein Leben

Wer möchte nicht glücklich, gesund und zufrieden sein? Glück hat viele Facetten und ist nicht immer leicht zu finden. Hier erfährst du Neues aus der Glücksforschung und bekommst Tipps für das Glücklichsein.

Was macht wirklich glücklich und wie kann man glücklicher werden? Damit befasst sich ein ganz eigenes psychologisches Forschungsfeld, die Glücksforschung. Und die neuesten Ergebnisse der Glücksforscher sind zum Teil recht überraschend – oder auch nicht. Denn sie zeigen: Allzu viel brauchen wir eigentlich gar nicht zum Glücklichsein.

Was ist Glück?

Glück ist ein Begriff, der höchst individuell ist. Es gibt sehr viele Faktoren, die unser Glücklichsein beeinflussen: Gesundheit, Freiheit, die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, soziale Bindungen, eine harmonische Partnerschaft und auch die physische sowie finanzielle Sicherheit tragen dazu bei. Zu einem großen Maß liegt Glück aber auch in unserer inneren Einstellung. Der Duden definiert das Glück als „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“. Darin sind ja nun schon mehrere, ganz unterschiedliche Dinge enthalten. Kein Wunder, denn Glück ist ein vielschichtiger Begriff, zu dem viele Faktoren beitragen.

Welche Faktoren beeinflussen das Glücksgefühl?

  • Körperliche und psychische Gesundheit
  • Freiheit
  • Frieden
  • Körperliche Sicherheit
  • Finanzielle Sicherheit und Besitz
  • Ein Beruf, den man gerne macht
  • Die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung
  • Soziale Bindungen und gute Freundschaften
  • Ein gutes Verhältnis zur Familie
  • Eine funktionierende Partnerschaft
  • Sexuelle Erfüllung
  • Bildung und Kultur
  • Wohnqualität und Wohnumgebung
  • Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung

Die Liste ließe sich natürlich noch um einige Dinge erweitern. Vergleicht man nun aber eine Reihe von Menschen, bei denen die grundlegenden Bedürfnisse weitestgehend erfüllt sind, sind einige davon glücklich, andere jedoch nicht. Das zeigt, dass Glück nicht nur von außen kommt, sondern auch maßgeblich mit unserer inneren Einstellung zu tun hat.

Was ist der Happy Planet Index?

Weltweit schwankt sehr stark, wie glücklich Menschen sich selbst einschätzen. Interessante Einsichten erlaubt der „Happy Planet Index“ (1). Dabei wurden in 140 Ländern der Erde vier Parameter erfasst. Darunter die Lebenserwartung im jeweiligen Land, die Ungleichheit (wie stark ist die Varianz zwischen Menschen innerhalb des Landes?) und der ökologische Fußabdruck (als Maß für das Konsumverhalten). Der vierte Punkt ist die Lebenszufriedenheit. Dabei stuften Befragte aus den jeweiligen Ländern ihr subjektives Wohlbefinden auf einer Skala von 1 bis 10 ein.

Bei der Selbsteinschätzung der Lebenszufriedenheit liegt interessanterweise die Schweiz weltweit auf Platz 1. Österreich landet auf Platz 8, Deutschland nur auf Platz 24. Im gesamten Happy Planet Index liegen wir Europäer jedoch alle eher im oberen Mittelfeld. Platz 1 bis 3 gehen an Costa Rica, Mexiko und Kolumbien. Die Schweiz liegt auf Platz 24, Österreich auf Platz 43 und Deutschland auf Platz 49 von 140 Ländern.

Welche Erkenntnisse gibt es aus der Glücksforschung?

Warum schätzen sich auch Menschen aus armen oder krisengebeutelte Ländern oft als glücklich ein? Das hat sicher zu einem großen Teil mit sozialen Beziehungen zu tun. Denn aktuelle Forschungsergebnisse aus Harvard zeigen, dass dies der wichtigste Faktor für langfristiges Glück und ein gesundes und zufriedenes Altern ist.

Die „Harvard Study of Adult Development“ ist eine der größten und langfristigsten Studien auf ihrem Gebiet. Seit inzwischen 75 Jahren werden Hunderte von Männern aus den USA regelmäßig untersucht und befragt. Und das bis heute (soweit die Studienteilnehmer noch leben). Teilprojekte dieser Studie sind die Grant Study und die Glueck Study (2). Sie widmen sich der Frage: Was macht langfristig glücklich?

Der Studienleiter und Psychiater Robert J. Waldinger, der übrigens auch Zen-Priester ist, stellte die Studienergebnisse in einem Vortrag vor (3), der großes Aufsehen erregte. Kurz zusammengefasst: Soziale Verbundenheit mit der Familie und mit Freunden wirkte sich am stärksten auf das langfristige Glück aus. Auch die Gesundheit und Lebenserwartung werden durch ein stabiles soziales Umfeld positiv beeinflusst. Gute soziale Beziehungen und Partnerschaften machen also glücklicher und gesünder.

Auch andere Studien zeigen, dass das Gefühl des Glücklichseins, soziale Bindungen und die Gesundheit eng zusammenhängen (4). Wer glücklicher ist, der ist auch messbar gesünder, hat ein besseres Immunsystem, ist toleranter gegenüber Schmerzen und hat ein geringes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (5). Viele Gründe also, um das Glück bewusst zu suchen.

Schriftzug Leitfaden zur Selbstreflexion

Tipps und Übungen, um Glücklicher zu sein

Würdest du dich im Moment gerade als glücklich bezeichnen? Wie zufrieden bist du generell mit deinem Leben? Hast du das Gefühl, dass dir bestimmte Dinge zu deinem Glück noch fehlen oder weißt du nicht, wie du innere Zufriedenheit erreichen kannst? Vielleicht helfen dir die folgenden drei Tipps weiter.

Tipp 1: Beziehungen zu Freunden, Familie und Partner pflegen

Wie oben erwähnt zeigt die Grant Study, dass einer der allerwichtigsten Faktoren zum Glücklichsein die sozialen Kontakte sind (2,3). Generell bedeutet die Pflege von Sozialkontakten immer, dass man selber etwas investiert. Genau das ist es aber auch, was sich so positiv auf das Glück auswirkt. Wenn du mehr über den glücklichmachenden Mechanismus des Gebens wissen möchtest, kannst du unseren Artikel über Altruismus dazu lesen.

Es geht Menschen langfristig am besten, wenn sie in Beziehungen, Familie, Freunde oder in eine Gemeinschaft investieren, zeigt die Grant Study. Dabei war nicht die Anzahl der Freunde entscheidend, sondern die Qualität der Freundschaft. Eine enge Freundin oder ein sehr guter Freund ist also tatsächlich das Beste, was dir passieren kann. Hast du das Gefühl, dass dir dieser Punkt im Leben fehlt, dann ist es jetzt vielleicht an der Zeit, bewusst nach neuen Freundschaften zu suchen – vielleicht mit neuen Hobbys, über Facebook-Gruppen, durch ehrenamtliche Betätigung oder in Sportvereinen.

Auch eine gute Beziehung mit dem Partner und zur Familie tragen sehr viel zum Glück bei. Die Betonung liegt hier auf „gut“. Ständig im Konflikt zu leben, bewirkt nämlich das Gegenteil – es macht unglücklich und ungesund. Vielleicht ist es jetzt also an der Zeit, einen alten Zwist in der Familie zu begraben oder an der Partnerschaft intensiv zu arbeiten.

Tipp 2: Für das Glücklichsein entscheiden – und zwar jetzt

Wenn die grundlegende Basis stimmt und keine schweren Probleme da sind, dann ist Glück oft eine Entscheidungssache. Das mag komisch klingen, aber genau diese Erfahrung habe ich gemacht. Sich für das Glücklichsein zu entscheiden, macht schon einen großen Unterschied. Entschließe dich, dass du dich ab jetzt auf deinen ganz eigenen Glücks-Weg machen willst. Was ich damit meine: Kein „wenn …, dann …“ mehr. Wenn ich genug gespart habe, dann kaufe ich ein Haus und dann bin ich so richtig glücklich.

Wenn ich den richtigen Partner für das Leben gefunden habe, bin ich glücklich. Fast jeder hat so seine Wenn-Danns. Sie halten uns jedoch oft davon ab, im Hier und Jetzt glücklich zu sein. Das heißt nicht, dass du keine Pläne und Träume haben sollst. Aber mach dein Glück nicht alleine von der Erfüllung dieser Pläne und Träume abhängig.

Wenn du dich dafür entscheidest, dass du ab sofort glücklicher sein willst, dann wird sich viel verändern. Vielleicht wirst du dir mehr Gedanken über kleine Glücksmomente machen, über Achtsamkeit oder sogar über dein gesamtes Leben. Natürlich wird man dann nicht automatisch sofort glücklicher, aber es gibt einen Anstoß, sich auf den Weg zu machen und sich aktiv um ein glücklicheres Leben zu bemühen. Und wenn du dich für das Glück entschieden hast, sieh dir auch gleich deine Lebenseinstellung an: Hier findest du die ultimative Liste der Lebenregeln zum Glücklichsein.

Sandra Exl behandelt das Thema Glück auch in ihren Videos. Hier sind zwei davon, die dich interessieren werden:

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Tipp 3: Bauchgefühl, Körpergefühl und Gesundheit

Hier möchte ich noch einige Kleinigkeiten mit dir teilen, die mir geholfen haben, glücklicher zu werden. Vielleicht ist ja etwas dabei, was dich anspricht und was du ausprobieren möchtest.

  • Glück steckt an: Umgib dich mit glücklichen Menschen, die dich fröhlich machen. Dann wirst du dich ebenfalls glücklicher fühlen. Auch das belegt wieder die Glücksforschung. Eine groß angelegte US-Studie zeigt: Das Glücksempfinden hängt davon ab, wie glücklich die Menschen sind, mit denen wir eng verbunden sind. Das erklärt vielleicht, warum sich in einigen Ländern der Großteil der Menschen als glücklich einschätzt – Glück ist eben ansteckend.
  • Höre auf dein Bauchgefühl: In einem weiteren Artikel kannst du nachlesen, warum du auf dein Bauchgefühl hören solltest und wie dich das glücklicher machen kann. Außerdem empfehlen wir die Übung der Zwillingseigenschaften, die im kostenlosen Leitfaden zur Selbstreflexion enthalten sind.
  • Körperhaltung, Mimik und Stimme: Unsere Stimmung beeinflusst unsere Körpersprache, unseren Gesichtsausdruck und den Tonfall unserer Stimme. Doch das gilt auch umgekehrt. Eine aufrechte Körperhaltung gibt das Gefühl von Selbstbewusstsein und Stärke. Achtest du in einer aufgeregten Situation auf eine sanfte und ruhige Stimme, wirst du dich entspannter fühlen. Ein Lächeln bewirkt, dass wir uns glücklicher fühlen (und es kommt vielleicht ein Lächeln zurück, was uns wiederum glücklicher macht).
  • Gesundheit schafft Glück: Glück macht nicht nur gesund, sondern auch Gesundheit und Fitness machen glücklich. Darum starte deine Aufwärtsspirale, zum Beispiel durch Sport und gesunde Ernährung. Der Aufenthalt in der Natur  kann erden, glücklich machen, entspannen und sorgt zugleich für ein gutes Immunsystem. Hier auf unserem Portal findest du noch viele weitere Tipps wie du dein Immunsystem stärken kannst. Auch eine Entgiftung (Detox) kann deine Gesundheit unterstützen.

Tipp 4: Selbstreflexion

Es gibt praktische Wege, die dich auf dem Weg nach Innen unterstützen. Es empfiehlt sich z.B. die Arbeit mit den Zwillingseigenschaften (du findest diese im Leitfaden zur Selbstreflexion), um unterbewusste Muster aufzulösen.

Wieso ist Selbstreflexion wichtig?

Selbstreflexion hilft dir, den Blick nach innen auf deine wahre Natur an erste Stelle in deinem Leben zu setzen. Akzeptiere die Angst, die damit verbunden sein mag. „Wer bin ich?“ ist eine zentrale Frage der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist wichtig wahre innere Ruhe zu finden und Rollen im Außen aufzugeben.

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Tipp 5: Eine Pilgerwanderung machen

Außerdem gibt es wunderbare Möglichkeiten zu pilgern, welches eine tiefgehende Wandlung möglich macht. Pilgern hilft, zu entschleunigen und zu sich selbst zu finden. Ein Beispiel hierfür wäre der Jakobsweg.

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Altruismus als Schlüssel zum Glück

Altruismus bedeutet selbstloses und uneigennütziges Handeln. Es bedeutet, anderen zu helfen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Es bedeutet, zu geben und sich zum Wohle seiner Mitmenschen und der Allgemeinheit einzusetzen.

Lange wurde Altruismus als Mythos abgetan. In der Evolutionsbiologie herrschte die Vorstellung eines „egoistischen Gens“. Demzufolge neigt der Mensch durch sein Erbgut bedingt zum Egoismus. Derjenige, der sein Eigeninteresse in den Vordergrund stellt, hat die höchsten Überlebenschancen. Aufopferung und Kompromissbereitschaft werden als Nachteil und nicht dienlich angesehen.

Der Praxis des alltäglichen Lebens halten diese Theorien jedoch nicht stand. Menschen engagieren sich ehrenamtlich und bei Umweltkatastrophen solidarisieren sich wildfremde Personen miteinander. Menschen spenden für wohltätige Zwecke, ohne sich davon einen persönlichen Nutzen oder Mehrwert zu erwarten. Neueste wissenschaftliche Studien belegen nun, dass der Mensch keinesfalls egoistisch veranlagt ist. Altruistisches Verhalten macht uns zudem glücklicher, beliebter und auch erfolgreicher im Leben.

Was passiert im Gehirn, wenn wir uns altruistisch verhalten?

Ein Forscherteam der University of Oregon führte eine bahnbrechende Studie zum Effekt von Spenden auf unser Gehirn durch. Mittels Magnetresonanzbildung untersuchten sie die Hirnaktivität von 19 Studenten. Diese erhielten 100 Dollar mit der Erklärung, sie müssten diese 100 Dollar zu einem wohltätigen Zweck spenden. Die Forscher machten dabei eine erstaunliche Entdeckung. Als die Studenten erfuhren, dass sie Geld erhalten würden, waren dieselben Hirnareale aktiv wie beim Akt des Spendens!

Beide Male wurde das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert, das für unser instinktives Verhalten eine große Rolle spielt. Altruistisches Verhalten ist also natürlich. Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft dienen nicht nur dem Empfänger, sondern verschaffen auch dem Gebenden ein positives Gefühl.

Wie wirkt sich Altruismus auf das Leben aus?

Schon Johann Wolfgang von Goethe erkannte die positive Auswirkung von wohlwollendem Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen.

Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu and’rer Glück.
Denn die Liebe, die wir geben,
kehrt ins eig’ne Herz zurück. – Goethe

Wer gibt, fühlt sich reich

Paradoxerweise erweckt das Geben in uns ein Gefühl des Reichtums und der Fülle. Obwohl wir uns oberflächlich von Zeit, Geld oder Gegenständen trennen, fühlen wir uns innerlich, als hätten wir etwas dazugewonnen. Jeder kennt das schöne Gefühl, wenn man seinen Mitmenschen einen Gefallen getan oder sich zum Wohle anderer eingesetzt hat. Die Mentalität, immer mehr haben zu wollen und möglichst viele Dinge für sich zu horten, führt hingegen zu Gier, Angst und Bedürftigkeit. Denn wer immer nur nimmt, hat ständig das Gefühl, er hätte noch nicht genug und müsste noch mehr haben, um glücklich zu sein.

Steigerung des Selbstwertgefühls durch Altruismus

Anderen zu helfen, steigert auch unser Selbstwertgefühl. Wenn sich der Empfänger freut, freuen wir uns auch. Durch die Dankbarkeit und Anerkennung, die uns nach einem Akt des Gebens entgegengebracht wird, fühlen wir uns wertvoll. Was kannst du also tun, um durch gebendes Verhalten dich und die Menschen um dich herum glücklicher zu machen? Es gibt unzählige Arten, seinen Mitmenschen durch nette Gesten eine Freude zu machen. Im Folgenden möchten wir dir ein paar Inspirationen geben.

Wie kann ich anderen Menschen helfen?

Freunden und Familienmitgliedern helfen

Sprich mit Freunden und Familienmitgliedern und versuche durch Zuhören und Einfühlen herauszufinden, in welcher Sache sie am dringendsten Hilfe benötigen. Biete deine Unterstützung an, ohne dich aufzudrängen oder überlege, ob du jemanden kennst, der bei der Lösung des Problems behilflich sein kann. Dein Gegenüber wird deine unterstützende Haltung sehr zu schätzen wissen. Stelle sicher, dass du dann auch wirklich hilfst und es nicht nur ankündigst.

Du wirst sehen: Wenn du dir angewöhnst, anderen Leuten regelmäßig deine Hilfe anzubieten, wird dir unglaublich viel Zuneigung entgegengebracht. Deine Bindungen werden gestärkt und auch dir wird umgehend geholfen, solltest du einmal Hilfe benötigen. Du befindest dich im harmonischen Austausch mit dir und deiner Umwelt.

Wertfrei zuhören

Oft brauchen Menschen einfach jemanden, bei dem sie ihr Herz ausschütten können, der ihnen zuhört, die Dinge annimmt, so wie sie sind und nicht darüber urteilt. Wenn du mit jemandem, der dir nahe steht, sprichst, höre dir einfach nur an, was sie oder er zu sagen hat. Lasse dich dabei nicht ablenken, sondern konzentriere dich voll und ganz auf deinen Gesprächspartner. Schaue dein Gegenüber an und versuche gedanklich und emotional nachzuvollziehen, was die Person gerade durchmacht. Aktives Zuhören ist eine der einfachsten doch auch effektivsten Möglichkeiten, deinem Gegenüber ein angenehmes Gefühl zu verschaffen.

Kleine Gesten im Alltag

Schon ein warmherziges Lächeln, ein freundliches „Hallo“ oder ein Kompliment können die Laune deines Gegenübers für den Rest des Tages verbessern. Diese Dinge beschränken sich übrigens nicht nur auf Menschen, die du schon kennst. Im Gegenteil: Gerade fremde Menschen sind meistens sehr positiv überrascht über diese freundlichen Gesten!

Freiwilligenarbeit

Sich gemeinnützig zu engagieren, ist eine tolle Möglichkeit, anderen zu helfen. Du könntest beispielsweise in einem Obdachlosenzentrum oder Flüchtlingsheim nachfragen, ob eine helfende Hand gebraucht wird. Du könntest Kindern von Asylbewerbern Nachhilfeunterricht anbieten, damit auch sie eine faire Chance in der Schule haben. Eine weitere tolle, unglaublich bereichernde Möglichkeit ist es, in einem Hospiz zu arbeiten. Durch die ergreifenden Geschichten, die Menschen am Ende ihres Lebens erzählen, bekommst du eine wunderbare Chance zu erkennen, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind.

Spenden

In unserer Gesellschaft herrscht ein Überfluss an Konsumgütern. Wir kaufen mehr als wir eigentlich benötigen. Es werden viel mehr Nahrungsmittel produziert, als letztlich konsumiert werden. Nicht gekaufte Kleidungsstücke großer Modeketten werden einfach vernichtet. Überlege, von welchen Gegenständen und Gütern du dich trennen könntest. Du könntest beispielsweise gut erhaltene Kleidung, die du nicht mehr trägst oder nicht verderbliche Lebensmittel an eine lokale Tafel spenden. Viele Kinder in Asylheimen haben keine eigenen Spielsachen. Falls du noch Spielsachen hast, die du nicht mehr benötigst, könntest du diesen Kindern damit eine Freude bereiten.

Lass andere wissen, dass du an sie denkst

Viele Menschen fühlen sich abgeschnitten von der Familie und leiden unter Einsamkeit. Wenn du so jemanden kennst, kannst du ihm durch einen netten Brief oder eine Email eine Freude bereiten. Falls die Person bei dir in der Nähe wohnt, könntest du mit etwas Selbstgekochtem oder -gebackenem vorbeischauen. Insbesondere Senioren haben oft wenig sozialen Kontakt und freuen sich ungemein über deine Zuwendung!

Dein Wissen weitergeben

Jeder Mensch hat bestimmte Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, die andere Menschen vielleicht gerne erlernen würden. Was hast du bis jetzt gelernt, wofür wirst du von anderen Menschen gelobt und um Rat gefragt? Du kannst auch deine Freunde oder Menschen, die dich gut kennen, fragen: „Worin bin ich besonders gut?“ „Was schätzt du an mir?“ Das kann dir Aufschluss darüber geben, wie du dein Wissen und deine Fähigkeiten an andere weitergeben kannst.

Du darfst auch „Nein“ sagen

Achte bei allem, was du tust darauf, eine gesunde Balance zu halten. Wenn dein Leben nur noch daraus besteht, dich für andere aufzuopfern und deine eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen, wird dich das auf Dauer sehr unglücklich machen. Auch gibt es Leute, die dazu neigen, dich auszunutzen, die nur nehmen, ohne dir Dankbarkeit und Wertschätzung entgegenzubringen. Für diese Menschen ist es selbstverständlich, ständig zu empfangen.

Du solltest ein Gespür dafür entwickeln und dich von solchen Menschen fernhalten. Insbesondere eine enge Beziehung oder Partnerschaft mit so einer Person kann sich extrem negativ auf deine Lebenszufriedenheit und deine Gesundheit auswirken. Kenne deine Grenzen und achte sie! Du hast ein Recht auf dein „Nein“ – vor allem bei Frauen kommt die Selbstfürsorge oft viel zu kurz. Auf der anderen Seite solltest auch darauf achten, dich nicht zu sehr in das Leben von deinen Mitmenschen einzumischen. Falls jemand keine Hilfe benötigt oder deine Unterstützung ablehnt, solltest du dies akzeptieren.

Macht Konsum glücklich?

Wer kennt das nicht: tagein, tagaus bestreitet man den Alltag mit seinen Aufgaben, verdient sein Geld und freut sich auf Freizeit und kleine Vergnügungen. Das verdiente Geld will in den Umlauf gebracht werden, um oftmals für scheinbar Glück erzeugende Momente ausgegeben zu werden. Momente der Ruhe werden mit Aktivität gefüllt und dennoch bleibt im tiefen Inneren ein Gefühl von Leere, ein Gefühl von fehlender Essenz im eigenen Leben, dem man zu entkommen versucht. Funktioniere ich nur oder lebe ich schon?

Immer mehr Menschen wird in den letzten Jahren bewusst, dass das vom Marketing großer Firmen versprochene Glück wenig Bestand hat. Sehr kurz nur scheint das empfundene Glück an z.B. einem neuen Auto oder an neuer Kleidung anzuhalten. Strategie Eins ist das kurzweilige Glück sofort mit einem neuen Objekt zu ersetzen, eine Art Konsum-Wunschkaskade wird im Gehirn freigesetzt, die uns suggeriert, glücklich bist du, wenn du konsumierst. Außerdem versucht der Mensch oftmals das Glück in anderen Menschen zu finden – mein Mitmensch ist dann für mein Glück oder Unglück verantwortlich.

Spiritualität kann zum Konsumgut werden

Im alternativen Bereich spiegelt sich diese Tendenz in der „Wünsch dir etwas“– oder „Manifestiere es dir“-Mentalität wieder. Selbst Spiritualität wird zum Konsumgut, welches suggeriert, alles zu bekommen, was ich begehre, wenn ich meine Zeit richtig investiere und meinen Willen in eine bestimmte Art einsetze.

Kann diese Strategie wirklich zu nachhaltigem Glück führen?

Die Fehlerhaftigkeit des Gedankenganges ist sehr leicht zu verdeutlichen: in einer Welt, in der dir jeder Wunsch sofort erfüllt würde – wie lange wärst du glücklich? Versuche dir vorzustellen: Du kannst alles haben, was du dir wünschst. Du erhältst alles sofort. Wann hättest du genug? Und was geschieht, wenn du eine Zeit lang alles täglich hättest?

Wer diesem Gedanken folgt, wird wahrnehmen, dass auch hier sich Leere einstellen würde, die Essenz im eigenen Leben wahrscheinlich verloren gegangen wäre.
Wo also ist das Glück zu finden, wenn nicht in all den Dingen, die ich unbedingt haben möchte? Diese Frage führt die meisten Menschen zur nächsten Strategie: Ich beginne nach dem wahren Glück zu suchen.

Wie beginne ich meine Suche?

Der Beginn der Suche nach dem Glück beginnt bei manchen intuitiv, bei anderen wiederum strategisch: Es wird vielleicht Lektüre konsumiert, oder im Glück erfahrene Menschen werden aufgesucht. Die Motivation zur Suche nach Glück ist oftmals die empfundene Leere oder Probleme im eigenen Leben. Für die Suchenden unter den Lesern ein kleiner Tipp: ein spiritueller Markt ist in der heutigen Zeit ebenso real geworden, wie Vermarktungsstrategien, die auf der Suche nach Suchenden sind.

So gilt es Spreu von Weizen zu trennen, doch nach welchem Kriterium? Ein Tipp ist hier, sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen, sich nicht von Marketingversprechen blenden zu lassen und jene Menschen aufzusuchen, die tatsächlich selbst glücklich sind.

Was haben wirklich glückliche Menschen gemeinsam?

Wir sprechen hier nicht von scheinbaren Glück, welches in Hochglanzbroschüren Millionären unterstellt wird: vielmehr sprechen wir von wahrem Glück, welches gepaart mit Dankbarkeit über das eigene Sein tagein, tagaus vorhanden ist. Der gemeinsame Nenner ist, dass glückliche Menschen von äußeren Einflüssen nicht aus der Bahn geworfen werden. Du kannst dich an den kleinsten Dingen erfreuen und verzweifelst nicht, wenn du etwas verlierst, was für viele unvorstellbar wäre.

Was haben diese Menschen also gefunden, dass sie wesentlich besser mit Verlust, Angst oder Schmerz umgehen können? Weise Menschen beschreiben den Zustand als die pure Essenz des Seins.

Glück-Tipps aus spiritueller Sicht

Die meisten Menschen laufen konstant vor dem Glück des Seins, vor der wahren Größe und Schönheit davon, um sich mit Krümeln des Kuchens der Äußerlichkeiten zu begnügen. Diese Bemühungen im Außen bringen wenig und schaffen oft Enttäuschung, da wir einer Täuschung – der Illusion – erlegen sind. Auf diese Art kommt man dem Ziel keinen Schritt näher.

  • Kein Geld, kein Status, keine Macht kann die Erfahrung der wahren Natur des Seins erkaufen.
  • Kein Wünschen oder Manifestieren, das nach Außen gerichtet ist, bringt mich dem Ziel näher.
  • Kein sinnloses Gerede bringt dich weiter. Im Gegenteil!
  • Lasse jede Form von Selbstgerechtigkeit, Unmut und Hass los!
  • Arbeite durch Loslassen daran, präsent zu sein, den Blick nach Innen zu richten.
  • Gebe dein krampfhaftes Bemühen im Außen auf, jedem Drang, das Außen von deiner Wahrheit überzeugen zu müssen.
  • Begebe dich in die Hände deiner wahren Natur, die dich liebevoll wärmen und führen wird.

Wache auf, erkenne die traumähnliche Natur deines Lebens und werde immer unberührter von dem Schauspiel, das es dir bietet. Begebe dich auf die Reise und suche nach dem Wahren, Schönen und Guten. Sage ja zu Persönlichkeitsentwicklung, Selbstreflexion und Selbsterfahrung. Das Resultat wird sein, dass Dankbarkeit zum ständigen Begleiter wird und den Teil in dir ersetzt, der sich früher dem Beklagen hingab.

Wache auf, heute ist dein Tag! Beschreite einen neuen Weg, sage ja zur Veränderung und erkenne deine unendliche Größe und Schönheit! All das Glück, das man im ständig Außen sucht, um diese Leere im Innen endlich zu füllen, wartet auf dich – in dir!

In diesem Sinne: Viel Glück auf deinem Weg zum Glücklichsein. Hast du eigene Erfahrungen mit dem Thema Glück gemacht? Dann teile doch deine Gedanken in unserem Forum.

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Quellenagaben

  1.  Happy Planet Index: http://happyplanetindex.org/
  2. Grant Study und Glueck Study: http://www.adultdevelopmentstudy.org/grantandglueckstudy
  3. Vortrag von Robert Waldinger über die Ergebnisse der Grant Study (deutsche Untertitel): https://www.ted.com/talks/robert_waldinger_what_makes_a_good_life_lessons_from_the_longest_study_on_happiness?language=de
  4. Kok BE, et al. How positive emotions build physical health: perceived positive social connections account for the upward spiral between positive emotions and vagal tone. Psychol Sci. 2013.1;24(7):1123-32.
  5. Howell RT, et al. Health benefits: Meta-analytically determining the impact of well-being onobjective health outcomes, Health Psychology Review 2007.1;1:83-136
  6. Fowler JH, Christakis NA. Dynamic spread of happiness in a large social network: longitudinal analysis over 20 years in the Framingham Heart Study. BMJ. 2008;337:a2338.
  7. Im Internet, Stand 08.12.2017: http://pages.uoregon.edu/thinking/altruism.html
  8. Im Internet, Stand 08.12.2017: https://around.uoregon.edu/content/uo-team-finds-signs-pure-altruism-brain

Bildquellen

  • Vier glückliche Frauen: Pablo Rogat | Shutterstock.com

Matthias A. Exl, MBA ist publizierter Autor (vgl. "Befreie dich selbst - Über die Kunst eines erfüllten Lebens"), Unternehmensberater und schreibt über Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung. Außerdem ist er der Geschäftsführer von Lanaprinzip Publishing e.U.. Matthias schrieb zahlreiche Artikel für Fachmagazine und trat regelmäßig bei verschiedensten Kongressen (Bsp. World Business Forum, UNO WAIPA, Perinataldialog etc.) als Vortragender auf.